Hier kostenlos registrieren!

Willkommen bei ZUM-Unity

Deutsch Abitur '11 Baden-Württemberg

Beitrag verlinken am 16.02.2011 geschrieben
  • nach oben

Es wird wieder Zeit für sportliche Spekulationen über das Deutsch-Abi Baden-Württemberg.

Was steht an zur Textanalyse und Werkvergleich (Aufgabe I) ?

Was steht an zur Gestaltenden Interpretation (Aufgabe II) ?

Eines scheint mir recht wahrscheinlich: Die „alte Dame“ wird kommen. Wofür eignet ,sie‘ sich besonders? 

Einmal für einen Werkvergleich im Themenfeld „Gericht - Rache - Recht und Gerechtigkeit“. 

• Unter dem Aspekt Recht und Gesetz bietet sich der Vergleich mit „Michael Kohlhaas“ an. Kohlhaas nimmt Rache und die alte Dame auch, beide nehmen das Gesetz in ihre Hand, wenn auch auf ihre je eigene Weise.

• Unter dem Aspekt „Gericht und Recht“ bietet sich der Vergleich mit dem „Prozess“ an, in beiden Werken findet ein ziemlich merkwürdiger Prozess außerhalb der dafür vorgesehenen Rechtsinstanzen statt: Die alte Dame inszeniert die Gerichtsverhandlung von vor 40 Jahren noch einmal neu und zwar nach ihren Regeln; aus der Sicht der Bewohner von Güllen ist dieser Vorgang lange undurchschaubar. Im „Prozess“ duchschaut der Protagonist Josef K. bis zum Schluss nicht das Gericht, das ihn heimsucht.

• Unter dem Aspekt Schuld und Schuldgefühl bietet sich der Vergleich von Josef K. und Alfred Ill an. Ill erkennt und bekennt sich dazu, Josef K. entwickelt ein diffuses Schuldgefühl, das nicht manifest ist, sondern sich als Scham äußert.

Natürlich gibt die „alte Dame“ auch gute innere Monologe her, schließlich geht in Alfred Ill ja ein Erkenntnisprozess vor, der sich schrittweise entfaltet. 

Möglich ist auch ein dramatischer Dialog z.B. mit seiner Frau oder einem seiner Kinder. Die Dialoge mit den Honoratioren der Stadt sind ja alle schon im Drama selbst abgearbeitet. 

Aber: Es kann nicht ein und dasselbe Werk für Aufgabe I und Aufgabe II herhalten, also muss eine Entscheidung getroffen werden. Mein Tipp: 

Aufgabe I: Die alte Dame als Ausgangstext und ein Vergleich mit Kohlhaas oder Josef K. 

Aufgabe II: Ein innerer Monolog von Josef K. - zur Abwechslung.

Wer tippt mit?


Beitrag verlinken am 06.03.2011 geschrieben
  • nach oben

Ich tippe mit! Allerdings hoffe ich mal für meine SchülerInnen in J1, dass das 'leichteste' Werk als Textgrundlage für nächstes Jahr aufgespart wird. Auch der 200. Todestag Kleists könnte ein Grund dafür sein, von der erwarteten Reihenfolge: 'Räuber' - 'Kohlhaas' - 'Proceß' - 'Alte Dame' abzuweichen. Ich könnte mir also folgende Auswahl vorstellen:

AI Text 'Kohlhaas', Vergleich mit Claire

AII Text 'Proceß', als Schreibauftrag dann wohl kein innerer Monolog K.s , da hierbei SuS überfordert sein dürften, möglich wäre aber eine Äußerung in schriftlicher Form (Kündigungsschreiben an den Advokaten, Brief von Frl. Bürstner an ihre Freundin Frl. Montag)

Insgesamt aber finde ich, dass das schriftliche Abitur in Deutsch im Vergleich zu früher (mein erster Abiturjahrgang war 1976!) für den 'Normalschüler' wesentlich schwerer geworden ist. Früher gab es ja sogar im LK nur drei 'Sternchenthemen' für die Aufgabe I bei 5 Stunden Unterricht und ein Vergleich war nicht gefordert. Da hielt sich doch der Vorbereitungsaufwand für beide Seiten, Schüler wie Lehrer, in Grenzen. Jedenfalls fühlte ich mich damals nicht so gestresst wie jetzt!

sempronia

Beitrag verlinken am 08.03.2011 geschrieben
  • nach oben

Danke für den Tipp. Interessant auch im Vergleich zum Db-Tipp in www.lehrerfreund.de .

Was Deine Anmerkungen zum schriftlichen Abitur heute im Vergleich zu früher (also vor 2004) betrifft, so stimme ich voll zu. Der Deutschunterricht der Kursstufe ist vollkommen überfrachtet mit Pflichten (Lektüren und Aufsatzformen) und lässt für die Kür kaum Handlungsraum. Das ist nicht gut für den Lesehorizont unserer Schüler und passt auch nur bedingt zum Anspruch der Kompetenz-Orientierung. Aber das ist ein weites Feld und das soll uns hier nicht beschäftigen. Ein ander Mal. 

Beitrag verlinken am 26.03.2011 geschrieben
  • nach oben

Tja, liebe Denksportlerinnen und Mitrater, da lagen wir wohl alle daneben!

Aber nach den Schüler-Reaktionen im "Lehrerfreund" scheint uns das auch niemand übel zu nehmen, das wäre auch zu naiv gewesen, sich auf unsere Lotterie zu verlassen.

Wer denkt schon an einen Titorelli! Oder an so etwas Abseitiges wie einen seitenlangen Abschiedsbrief, geschrieben auf einer Holzbank, unbequem sitzend, zufällig mit Papier und Bleistift ausgestattet (oder mit Laptop), in aller Eile zwischen zwei Abschieden ... Da ist alles und nichts möglich; wenn's denn sein muss auch eine ausschweifend reflektierende Lebensrückschau - das Abitur ist halt nicht das richtige Leben. 

Versuchen wir also nächstes Jahr unser Spiel auf ein Neues - und übernächstes Jahr und so weiter.
Viele Grüße
K.D.

 

  • Statistiken: 4 Beiträge | 36 Aufrufe

Hier anmelden

Diese Community ist nur für eingeladene Nutzer.

alternative Logins

Melde dich alternativ mit deinem Zugang eines Drittanbieters an.

Community-Details

  • Suche nach:

  • Community-Name

    ZUM-Unity
    Netzwerk für Lehrerinnen und Lehrer

  • Dein Gastgeber ist

    ZUM-Team

  • Online seit

    01.04.2010

  • Mitglieder

    657

  • Sprache

    Deutsch

powered by mixxt
  • v1.1.1
  • (highfive)