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Wikipedia-Schulprojekt

Beitrag verlinken am 22.10.2010 geschrieben
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Liebe Community, ich erlaube mir mal, unser Wikipedia-Schulprojekt hier vorzustellen und freue mich über Rückmeldungen, Anfragen und Einladungen. 

Lehrer hassen es, Schüler lieben es - Das Online-Lexikon Wikipedia. 

Im Wikipedia-Schulprojekt machen Wikipedia-Autoren und Medienpädagogen Lehrer und Schüler fit für den Umgang mit der Wikipedia. In Schüler-Aktionstagen und Lehrerschulungen werden Grundlagen und weitergehende Kenntnisse zur internen Qualitätssicherung und zum Umgang mit Quellen vermittelt. Unsere Referenten stehen deutschlandweit zur Verfügung, um an den Schulen Aktionstage und Lehrerschulungen durchzuführen.

Wikimedia Deutschland übernimmt die Aufgabe des Vermittlers, die freiwilligen Referenten des Programms stehen in ganz Deutschland für den Einsatz in interessierten Bildungseinrichtungen bereit. 

Zielgruppe der Aktionstage sind 8.-11. Klassen, Lehrerschulungen sind für Lehrer unterschiedlichsten Fächer geeignet. Die Veranstaltungen dauern jeweils 3-4 Stunden. Wir haben in diesem Jahr noch Termine frei und freuen uns über Kontaktaufnahme und Rückfragen an schule@wikimedia.de

 

Beitrag verlinken am 31.10.2010 geschrieben
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Ich freue mich, dass die Wikimedia Deutschland die Initiative zum Wikipedia-Schulprojekt ergriffen hat. Meine persönliche Zurückhaltung mit einer Antwort auf diesen Beitrag hat zwei Gründe:

1. Als jemand, der seit fast 20 Jahren einen Computer verwendet (wie ich neulich mal selbst verwundert festgestellt habe), seit - geschätzt - 17 Jahren das Internet erkundet und nutzt sowie schon 2000 die Idee der Nupedia, des Wikipedia-Vorläuferst gut fand und seit dem 8. März 2004 mit Beiträgen in der Wikipedia aktiv ist und seit dem 1. Dezember 2004 an vorderster Stelle im ZUM-Wiki, frage ich mich, was eine solche Veranstaltung an Informationen bringen kann, die ich nicht auch selbst meinen Schülerinnen und Schülern immer wieder vermittele. - Ich habe aber auch den Eindruck, dass meine Kolleginnen und Kollegen, die inzwischen wohl nahezu alle die Wikipedia immer mal wieder zum Nachschlagen benutzen, in der Regel um die damit verbundenen Fragen an Zuverlässigkeit etc. wissen.

2. Was mich im Zusammenhang mit der Nutzung der Wikipedia durch Schülerinnen und Schüler bewegt, ist die Frage, wie ich erreiche, dass es ausreichende Medien- und Quellenkritik gegeben ist, Wikipedia-Wissen also hinterfragt und vor allem nicht als - sehr häufig - eigenes Wissen ausgegeben wird. Und noch schlimmer: Wie erreiche ich, dass Schülerinnen und Schüler nicht meinen, sie hätten sich Wissen schon angeeignet, wenn sie den Ausdruck eines Wikipedia-Artikels in der Hand haben? - Aber das ist ja eine Fragestellung, die eher die Nutzung der Wikipedia und allgemein von Informationen aus dem Internet angeht als die Genese von Wikipedia-Artikeln, um die es ja anscheinend vornehmlich in den angebotenen Fortbildungen geht.

Daraus folgt für mich die Frage: Gibt es auch Fortbildungen bzw. Referenten, die sich mit der unter 2. angesprochenen Fragestellung befassen?

Beitrag wurde am 31.10.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 31.10.2010 geschrieben
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Herzlichen Dank an Nicole Ebber als massgebliche Akteurin des "Wikipedia-Schulprojekts"!

Ich mache als erfahrener Wikipedianer (TNolte|Tom) am Gymnasium Adolfinum in Moers (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Gymnasium_Adolfinum_Moers) die Erfahrung, dass der Prophet im eigenen Lande nichts gilt. Zwar habe ich vor einiger Zeit mit meiner Internet-AG ein schuleigenes Wiki ("WikiFinum") aufgesetzt, aber es ist noch gähnend leer, weil sich fast niemand traut, dieses Werkzeug zu benutzen. Manchmal kann es hilfreich sein, wenn ein Referent von außen das Eis bricht.

Für unsere nächsten Projekttage im April 2011 unter dem Motto "Unsere Energie bewegt etwas" habe ich mir vorgenommen, das Projekt "Wikimedia, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten" anzubieten. Impulse von außen sind natürlich erwünscht. Aber erst mal sehen, wieviele Interessenten sich für mein Projekt anmelden.

Beitrag verlinken am 01.11.2010 geschrieben
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Ich freue mich über dieses Thema, weil es - schon nach einer Woche - aufgegriffen und ein ernsthafter Meinungsaustausch begonnen wurde.

Dies ist bei der ZUM Unity bisher leider noch nicht Standard. Alle Beiträge werden zwar vielfach gelesen, aber (inhaltlich) meist nicht kommentiert. Da beginnt man lieber ein neues Thema (einen neuen "Thread"). Das liegt zum einen wohl an der - für die Startphase - zu anspruchsvollen Struktur der Unity, zum anderen aber wohl auch an der Klientel... wir Lehrer sind nun mal Individualisten ("My classroom is my castle"). Auch das "Wikipedia-Schulprojekt" hatte ich eine Woche vorher schon im vorangegangenen "Thread" als Linktipp eingebracht...

Aber zurück zum Thema: Ich möchte mich - mit Verlaub - in die Richtung von Karl Kirst bewegen. Wie war das früher - lange vor Wikipedia? Da hatten wir Schulbücher und eine Menge selbstgezimmerter Arbeitsbögen. Bei Wikipedia haben wir eine Liste von Quellenangaben oder einen Vermerk am Anfang der jew. Seite, dass hier noch Probleme bestehen bzw. Quellenangaben fehlen. Wie war das aber mit den Quellenangaben in den Schulbüchern und den Quellen in unseren Arbeitsbögen? Ich hatte da nicht nur mit Schulbüchern von Westermann erhebliche Probleme...

Ich denke, dass es im Zusammenhang mit Wikipedia wirklich in erster Linie um das Problem der Nutzung geht. Nachdem ich zu einigen Referaten Kopien aus dem Internet (Wikipedia oder andere Quellen) erhalten hatte und ich mit der Klasse die (gestammelte) Verlesung dieser Referate hatte über uns ergehen lassen, schwenkte ich um zu Präsentationen mit den folgenden Vorgaben:

  • Eine Präsentation ist eine visuelle Ergänzung zu einem Referat.
  • Eine Präsentation besteht aus mehreren (gleichartigen) Folien.
  • Die Eingangsfolie umreißt das Thema, präsentiert die Gliederung
  • Jede weitere Folie behandelt nur einen begrenzten Teilaspekt des Themas.
  • Die Kernaussagen werden in wenigen Sätzen zusammengefasst (die man zuvor verstanden haben muss!)
  • Sinnvoll sind nur kurze, deutlich lesbare Sätze, die jeder zeitgleich mitlesen kann (keine Bleiwüsten!).
  • Alle Aussagen werden möglichst durch Bilder oder andere Multimediaelemente illustriert.
  • Wenn eine Folie mehrere Aussagen enthält, werden diese nacheinander eingeblendet (animiert).
  • Fachbegriffe werden hervorgehoben und ggf. kurz erklärt.

Das ist sicherlich nicht immer leicht durchzusetzen, aber notwendig, wenn ein Lernerfolg beabsichtigt ist.

Aus dieser Sichtweise stellt sich die Zuverlässigkeit der Informationen von Wikipedia in der Schule als ein zweitrangiges Problem dar!

PS: Ich hoffe, dass ich dieses Thema (diesen "Thread") damit nicht abgewürgt habe und freue  mich auf alternative Sichtweisen...

Beitrag verlinken am 01.11.2010 geschrieben
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Mir scheint, wir sind uns ziemlich einig und meine Sichtweise ist nicht 'alternativ', sondern bestätigend. Ich habe schon im Blog von TNolte geschrieben: 

Bevor ein Schüler sinnlos herumgoogelt, die erstbeste Fundstelle übernimmt und dann auf die Frage nach dem "Woher?" sagt: "Das habe ich von Google!" - ist es viel besser, gleich den Weg in die Wikipedia gehen zu lassen. Entscheidend ist das, was danach geschieht: Ist der Wikipedia-Artikel Ausgangspunkt oder Endpunkt der Recherche?

An dieser Frage muss der Lernprozess ansetzen: Wie geht es nach dem Wikipedia-Artikel weiter ? Wie verarbeite ich die Informationen weiter? Wie mache ich mir das Gefundene zu eigen? Was mache ich, wenn meine Recherchen tiefer gehen, als der Wikipedia-Artikel? Das scheint mir für den schulischen Umgang mit der Wikipedia am wichtigsten zu sein. Wichtiger als die Frage: Wie funktioniert Wikipedia eigentlich?

Die Initiative "Wikipedia macht Schule" ist begrüßenswert und kann einiges bewegen, sollte sich hier aber nicht zu sehr mit Selbstdarstellung und Rechtfertigung (Qualität, Funktionsweise, Regeln) beschäftigen, sondern mit Fragen des schulpraktischen Einsatzes (siehe oben). Es ist zu hoffen, dass sich die "qualifizierten Wikipedia-Autoren", welche "Schulungen für Lehrer und Schüler" anbieten, (siehe Info-pdf) einigermaßen in Schule eindenken können und nicht so sehr die Komplexitäten der Autorenschaft in den Vordergrund rücken.

Beitrag verlinken am 05.11.2010 geschrieben
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Hallo zusammen und ganz herzlichen Dank für die konstruktiven Anregungen.

Was mir als erstes augefallen ist: Hier in der ZUM Community bewegen sich vermutlich fast ausschließlich internet- und auch viele Wikipedia-affine Lehrer. Das ist unserer Erfahrung nach allerdings noch lange nicht Standard, und wir möchten gerade die weniger Wikipedia-firmen Lehrer ansprechen und motivieren.

Die umfassende Vermittlung von Medienkompetenz kann nicht die Aufgabe unserer freiwilliger Referenten sein, diese Grundlagen müssen tatsächlich in der Schule gelegt werden. Wir setzen eher auf das Spezielgebiet Wikipedia und die Bewertung und Funktionsweise der Quellen und Texte, dafür muss bei den Schülern schon ein gewisses Maß zur Fähigkeit von Textanalyse und Umgang mit Online-Quellen vorhanden sein.

Um "Komplexitäten der Autorenschaft" geht es uns dabei ebenfalls nicht, wir zeigen zwar, wie Mitarbeit an der Wikipedia funktioniert, der Schwerpunkt liegt aber eher in der Rezeption und noch nicht so sehr in der kollaborativen Mitarbeit.

Wir stehen mit unserem Projekt noch sehr am Anfang und haben gerade die Standardmaterialien für erste Präsentationen und Schulungen erarbeitet. Geplant ist definitiv, diese Inhalte zu erweitern, Unterrichtsmodule zu entwickeln und auch die Nutzung von Wikipedia in der schulischen Praxis stärker einzubeziehn.

Wir sind offen für weitere Anregungen und freuen uns über die weitere Diskussion.

Beitrag verlinken am 05.11.2010 geschrieben
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Wenn ich mit meinen Auslassungen über Präsentationen "Eulen nach Athen" getragen habe, möchte ich mich entschuldigen.

Ich war fast 20 Jahre lang mit den unterschiedlichsten Aspekten der informatischen Bildung befasst:

  • Fortbildungskurse für Lehrer zur Nutzung des Computers bei der Unterrichtsvorbereitung
  • Einsatz des Computers in der Informations- und Kommunikationstechnischen Grundbildung (ITG/IKG)
  • Nutzung des Computers im Fachunterricht, insbesondere in den Fächern Mathematik, Physik, Informatik, Arbeitslehre und Messen/Steuern/Regeln (MSR)...

Für mich hat Wikipedia in mehrfacher Hinsicht einen sehr hohen Stellenwert für den Schulunterricht

  • In vielen Fächern - nicht nur in den Naturwissenschaften, auch in Geschichte, Erdkunde... - wächst das Wissen (auch das schulrelevante Wissen) mit zunehmender Geschwindigkeit. Die Schulbuchverlage können dieser Entwicklung mit ihren Printmedien nicht mehr Rechnung tragen und ergänzen ihr Angebot mit Onlinematerialien. Dadurch kommen auf die Schulen - und bei knappen Mitteln auf die Lehrer - zusätzliche finanzielle Belastungen zu. Hinsichtlich der Aktualität des Wissens kann Wikipedia hier sehr gut und kostenlos mithalten!
  • Spätestens seit Einführung der Fotokopierer an den Schulen wird dort mehrmals täglich der Spagat zwischen der Beachtung von Urheberrecht/Copyright und Raubkopien geübt. Solange uns die Kulturhoheit der Länder und die freie Wahl der im Unterricht zu benutzenden Lehrmittel heilig ist, gibt es - bei ständig wachsender Unterrichtsbelastung - nicht so viele Auswege aus diesem Dilemma...
  • An dieser Situation hat sich auch durch das Internet - zumindest für Deutschland - nicht viel geändert. In den USA gibt es den "Freedom of Information Act" des Präsidenten und im Copyrightrecht die "fair use policy", die es erlaubt, fast alle erhältlichen Informationen in pädagogischen Einrichtungen zu nutzen ohne gegen Copyrightrechte zu verstoßen. Bei uns ist das nach dem Urheberrecht nicht gestattet! Es gibt haarsträubende Urteile gegen Schulen, die gegen das deutsche Urheberrecht (auf einer Schulhomepage) verstoßen haben...
  • Wikipedia spielt eine unschätzbare Rolle in dem (bildungs)politischen Gerangel zwischen den berechtigten Interessen der Urheber, Verlage und Medienkonzerne und dem Recht jedes Einzelnen auf Bildung und Information. Nicht erst seit der Umstellung auf die weltweit weitestgehend akzeptierte Creative Commons (CC) Lizenz ist Wikipedia zu einem Vorreiter für frei zugängliches Wissen geworden.
  • Wer - wie ich für meine Webseite - in den letzten Jahren über das Internet auch an deutschen Hochschulen nach aktuellem Unterrichtsmaterial gesucht hat, wird wissen, dass dort oftmals auch für die Schule hervorragend brauchbares Material erarbeitet wird, aber immer häufiger steht man vor verschlossenen Türen (Passwort erforderlich). Auf Nachfrage wird immer öfter die Angst vor Konflikten mit dem deutschen Urheberrecht als Grund genannt!
  • Neben Wikipedia muss hier am Rande auch Flickr und YouTube genannt werden. Auch die dort lizenzfrei erhältlichen Bilder und Filme sind ein Durchbruch, wenn man sich noch erinnert, mit welchen Widerständen Kollegen zu kämpfen hatten, die für ihren Unterricht Mitschnitte von Radio- und Fernsehsendungen verwenden wollten...
  • Wikipedia ist für die Schule sicher nicht perfekt und schon gar kein Allheilmittel. Einige Artikel sind schon wieder nicht mehr ganz aktuell, bei anderen kommt die alternative Sichtweise zu kurz, bei einigen wünschte man sich ein wenig mehr didaktische Reduktion, zu einigen schulrelevanten Themen findet man die Antworten auf eine Vielzahl von Seiten verstreut... aber all das trifft auch auf den "Großen Brockhaus" (und auf viele Schulbücher) zu... und trotzdem haben wir all diese Werke intensiv genutzt!
  • Angesichts des rasant wachsenden Internets und der gleichermaßen zunehmenden (oftmals nicht gleich erkennbaren) Werbung erscheint mir Wikipedia für schulische Recherchen mehr denn je vor Google zu den ersten Adressen zu gehören.

Aus meiner Sicht wäre es optimal, wenn man solche Wikis auch für einzelne Unterrichtsfächer/Schulstufen anlegen könnte. Meine Webseite für den Informationstechnischen Unterricht sehe ich hierbei nur als eine Übergangslösung. Aber schon dieses Projekt wäre trotz der Unterstützung aus den Hochschulen ohne Wikipedia, Flickr, YouTube niemals möglich gewesen.

 

Beitrag verlinken am 08.11.2010 geschrieben
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Für den unterrichtlichen Gebrauch ist das Wikipedia-Projekt auf jeden Fall die erste Einsteigsadresse und man sollte Schüler unbedingt vom Googeln abhalten - wenn das noch geht! Wenn ein Kollege die Wikipeda den Schülern madig macht, dann muss er es verantworten können, dass die Schüler bei Google herumirrlichtern und sich über Quellen- und Qualitätsfragen noch weniger Gedanken machen. Wir sind uns also sehr einig.

Aber: "... wäre es optimal, wenn man solche Wikis auch für einzelne Unterrichtsfächer/Schulstufen anlegen könnte."

Das bereitet Kopfschmerzen, denn das Wikipedia-Projekt ist in gewisser Weise und auch paradoxerweise undynamisch, da es enzyklopädische Vollkommenheit und letztlich auch die wirkliche Wahrheit anstrebt - trotz Konstruktivismus und so. Das führt ja zu diesen Administratoren-Kriegen. Die Wikipedia ist also nicht wirklich offen für Unfertiges, für Versuchtes oder didaktisch Reduziertes.

Es ist auch die Frage, für wen eine Schulfach-orientierte Wikipedia wirklich da sein soll: Für die Schülerinnen und Schüler, für die Lehrer, für die Eltern? Hier entsteht sofort ein Zielgruppen-Dilemma, das man sich recht schnell ausmalen kann.

Kurz und gut: Wir haben es mit dem ZUM-Wiki versucht, eine für den Schul- und Bildungsbereich brauchbare Wiki-Plattform zu erstellen bzw. anzubieten. Wir sind dabei zu dem Schluss gekommen, dass diese nur Sinn macht (und handhabbar ist), wenn sie nicht in erster Linie Fachwissen, sondern Unterrichtspraktisches sammelt. Das führt aber notwendigerweise zu Vorschlägen und Ideen-Entwürfen, die vorläufig sind, zu Verweisen und Hinweisen, die schnell veralten, zu Unterrichtsmodellen, die sehr persönlich sind und schwer verallgemeinerbar usw. 

Hier herrscht also nicht der allwissende Geist der Enzyklopädie, sondern das bunte Durcheinander der Ideen - so hoffen wir jedenfalls.

Beitrag verlinken am 08.11.2010 geschrieben
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Herzlichen Dank kdautel für diese strukturellen Hinweise.

Im Nachhinein sehe ich, dass meine abschließende Bemerkung, dass "solche Wikis auch für einzelne Unterrichtsfächer/Schulstufen" optimal wären, sehr unglücklich formuliert war. Gedacht hatte ich dabei an "Mitmachwebs", MediaWikis - wie z.B. das ZUM-Wiki - und ich denke, dass wir uns auch in dieser Hinsicht weitgehend einig sind.

Auch wenn das ZUM-Wiki eigentlich ein neues Thema erforderte, möchte ich hier noch ein paar Anmerkungen machen, wobei ich vorausschicken muss, dass ich das ZUM-Wiki noch nicht sehr gut  kenne.

  • Frei zugängliche Unterrichtsmaterialien sind angesichts wachsender Unterrichtsbelastungen und leerer öffentlicher Kassen wichtiger denn je.
  • Die Zersplitterung guter Materialien auf unzählige Bildungsserver und Tausende privater Webseiten ist historisch verständlich, im Ergebnis aber für die Unterrichtspraxis eine Katastrophe.
  • Die unzähligen guten Vorlagen liegen in den unterschiedlichsten Formaten vor (html mit unterschiedlichem css, pdf, doc, xls, odp, odc, flv...) und lassen sich daher i.d.R. nicht (so einfach) in eine gemeinsame Plattform einbinden. Die (Not-)Lösung sind daher meist Linklisten und die werden rasch zu Bleiwüsten, bei denen man nicht erkennen kann, ob dort das angeboten wird, was man wirklich sucht.
  • Mit meiner Webseite für den Informationstechnischen Unterricht habe ich versucht, hierfür eine Lösung zu finden, indem ich zu möglichst vielen verlinkten Materialien eine verkleinerte Vorschau (Thumbnail) anbiete. So habe ich auch umfangreichere pdf-Dokumente und Präsentationen in einzelne "Bildchen" zerlegt.
  • Die Kehrseite dieser "Medaille" ist, dass die so dargestellten Inhalte durch das Zitatrecht nicht mehr gedeckt sind. Hier gilt es, das Urheberrecht/Copyright genau zu beachten. Ich verwende daher ausschließlich Materialien, die copyrightfrei sind, durch eine Creative Commons Lizenz oder auf meine Nachfrage hin speziell zur Veröffentlichung auf meiner Seite freigegeben wurden.

Ob das ZUM-Wiki schon so weit entwickelt ist, dass sich wesentliche Teile meiner Webseite dort (portionsweise) integrieren ließen, kann ich z.Zt. noch nicht beurteilen.

Hinsichtlich der schulischen Anforderungen haben die mir bekannten Wikis aber alle noch das Manko, zu kompliziert und damit nicht wirklich benutzerfreundlich zu sein. Das lese ich auch aus den Kommentaren von TNolte heraus. Ich experimentiere daher auf meiner Webseite z.Zt. mit einer eigenen Schnittstelle, die es ermöglichen soll, individuell gestaltete Infoseiten, Arbeitsbögen oder Präsentationen mit eigenen oder schon vorhandenen Texten, Bildern oder Videos einfach mit der Maus zusammenzuklicken, ohne spezielle Formatier- oder Programmierkenntnisse haben zu müssen.

Die ersten Ergebnisse gibt's hier: UnterrichtsThemen (neu) (Anregungen und Kritik sind wie immer willkommen)

Beitrag verlinken am 13.04.2012 geschrieben
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Zum Verständnis des folgenden:

Vor kurzem wurde ich von dem Wikipedia-Schulprojekt angeschrieben, es wurde angefragt, ob ich noch Interesse an einer Fortbildung für Referendarinnen und Referendare habe. Ich habe daraufhin folgendes geanwortet, was ich hiermit auch zur Diskussion stellen möchte:

"...haben Sie vielen Dank für Ihre Erinnerung und Ihr Angebot.

Ich muss aber gestehen, dass ich von diesem Projekt, das ich vor über einem Jahr ins Auge gefasst habe, immer mehr Abstand genommen habe. Die Gründe dafür mögen Sie vielleicht interessieren.

Die Wikipedia hat sich vor Jahren entschlossen, eine konkurrenzfähige Enzyklopädie werden zu wollen. Das hat Konsequenzen für den passiven und aktiven Nutzer. 
Der aktiven Nutzung werden immer mehr (Qualitäts-)Riegel vorgeschoben, die Arbeit an einem Artikel steht unter strenger Beobachtung von strengen Administratoren, die Ansprüche an die Wahrheit und Korrektheit der Artikel sind hoch. 
Daraus folgt, dass die Wikipedia von immer mehr passiven Nutzern angesteuert wird, die sich daraus bedienen und sich durch dabei auch auf der sicheren Seite fühlen.
Über dieses Auseinanderklaffen von aktiven und passiven Nutzern haben sich die Verantwortlichen in der Wikipedia ja auch schon Gedanken gemacht.

Dadurch aber, und jetzt komme ich zu meiner Schlussfolgerung, ist die Wikipedia pädagogisch und methodisch uninteressant geworden. Unterrichtsprojekte, die die Erstellung und Präsentation von Arbeitsergebnissen im Internet zum Ziel haben, finden in der Wikipedia keine passende Umgebung - außer Download und Copy'n'Paste. 

Viel interessanter ist die Erstellung und Bedienung eigener Wiki-Plattformen, weil man damit freier arbeiten kann, keiner Fremd-Kontrolle unterliegt und - das ist nicht unwichtig - auch Fehler machen und Vorläufiges produzieren darf.

Es geht also darum, Lehrern und Schülern die Wiki-Philosophie und -Praxis mit dem Ziel beizubringen, dass mit eigenen Wikis oder auf offenen Wiki-Plattformen gearbeitet werden kann. 

Als Mitbegründer und Administrator des ZUM-Wikis (http://wiki.zum.de) und als Betreiber eines Schulwikis (http://www.hoegy.de/wiki2/ ) habe ich die entsprechenden Plattformen zur Verfügung und arbeite darin mit meinen Schülern und Kursen.

Um den Gedanken zu Ende zu bringen: Unsere/Meine Referendarinnen und Referendare brauchen Kompetenzen im Umgang mit offenen Wikis. Die Wikipedia ist nicht (mehr) offen! Sie hat andere Ziele, die sind ohne Zweifel ehrenwert und edel, aber medienpädagogisch nicht zentral.

Oder haben Sie vielleicht doch Elemente in Ihrem Fortbildungskonzept, das unter diesem Aspekt interessant sein könnte?

Mit freundlichen Grüßen ..."

Beitrag wurde am 13.04.2012 vom Verfasser bearbeitet
tagsStichwörter: Wikipedia
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