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Klassenblogs

Beitrag verlinken am 02.10.2010 geschrieben
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Ich setze Klassenblogs ein. Dort hinein kommen z.B. längere Hausaufgaben, Vorschläge für Regelhefteinträge usw.. Jeder Schüler, jede Schülerin darf Kommentare und Artikel nach eigenem Ermessen nicht nur zu Themen des Unterrichts gestalten.

Anstelle von Lesekonferenzen setze ich immer öfter die Kommentarfunktion ein, z.B. in Hausaufgaben zum nächsten Tag. Ein Beispiel, was dabei herauskommt:

http://riecken.de/index.php/2010/09/partnerfeedback-im-blog/

Die Blogs sind nicht öffentlich, sondern nur der jeweiligen Klasse zugänglich. Hin und wieder bitte ich Schüler und Eltern schriftlich darum, mir die Veröffentlichung von erstelltem Material zu gestatten, so. z.B. dieses hier:

http://riecken.de/index.php/2010/09/paraphrase-und-reorganisation/

Ich setze das Blog nie zur Wissensvermittlung, sondern fast ausschließlich für Übungsphasen ein, ich lasse z.B. bis Klasse 10 ein klassisches Regelheft in Deutsch und eine chronologische Mappe in Chemie führen. Ich mache sehr gute Erfahrungen damit und fange jetzt an, komplexere Aufgaben mit GoogleDocs in Gruppen bearbeiten zu lassen (natürlich ausschließlich mit der anonymen Nutzungsmöglichkeit). Das ist ein hervorragende Ergänzung zur Blogarbeit.

Öffentliche, individuelle Schülerblogs halte ich für ungünstig wegen des Rezeptions- und Datenschutzproblems.

http://riecken.de/index.php/2010/01/blog-wiki-im-unterricht-die-rezeptionsherausforderung/

Gerne würde ich mit Blogs mit anderen LuL zusammenarbeiten. Als recht begnadeter Linuxadministrator könnte ich mich um die technischen Details gerne kümmern. Kostenlos natürlich.

Gruß, Maik

Beitrag wurde am 02.10.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 03.10.2010 geschrieben
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Hallo Maik, 

ich selbst habe noch nicht mit Weblogs gearbeitet, ich bevorzuge (bisher) das Wiki-Prinzip (z.B. http://www.hoegy.de/wiki2/) für die Arbeit mit Deutschkursen zur Vorbereitung auf das Abitur, oder aber für Schreibprojekte, wo es tatsächlich auch um gegenseitiges Feedback geht. 

Was das Letztere betrifft, so muss ich zugeben, dass ein Blog bessere Möglichkeiten bietet, dass Schüler ihren Mitschülern Rückmeldung geben. Ich will nur nicht neben der Administration eines Schulwikis noch ein Weblog führen müssen (Arbeitsökonomie).

Von den Aspekten, die Du angesprochen hast, möchte ich den folgenden herausgreifen: Der Motivationseffekt von Web 2.0-Plattformen für die Arbeits- bzw. Schreibbereitschaft vieler SchülerInnen scheint mir mittlerweile bescheiden. Der Erfolg einer medialen Schreibkonferenz oder Kommentarlawine hängt genauso wie bisher von der Bereitschaft ab, 'seine' Hausaufgaben zu machen.

Verändert hat sich die Möglichkeit der Hausaufgabenkontrolle: Einen Blog-Kommentar kann man nicht mehr schnell in der Pause hinkritzeln wie einen Hefteintrag oder wie ein paar Placemat-Stichwörter im Unterricht; zugleich ist die Schülerleistung für die Lehrkraft (=Lehrerin und Lehrer) wesentlich leichter einseh- und einschätzbar, weil sie im Netz steht, ein für allemal. Die Anforderungen an den Schüler steigen enorm. 

Kurz gesagt: Es könnte sein, dass wir nicht nur einen neuen Lehrertyp benötigen, der multimedial offen ist, sondern auch Schüler, die mit größerer Ernsthaftigkeit und Selbstständigkeit zur Teilnahme an Lernprozessen bereit sind. Wie kommen wir dahin?

Grüße, Klaus D.

Beitrag wurde am 19.10.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 03.10.2010 geschrieben
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"Verändert hat sich die Möglichkeit der Hausaufgabenkontrolle: Einen Blog-Kommentar kann man nicht mehr schnell in der Pause hinkritzeln wie einen Hefteintrag oder wie ein paar Placemat-Stichwörter im Unterricht; zugleich ist die Schülerleistung für die Lehrkraft (=Lehrerin und Lehrer) wesentlich leichter einseh- und einschätzbar, weil sie im Netz steht, ein für allemal. Die Anforderungen an den Schüler steigen enorm."

Deswegen warne ich davor, genau diese erweiterte Kontrollmöglichkeit vor den SuS "auszuspielen" - das ist ja auch so eine typische "Moodlefalle".

Ich nutze es allenfalls in absoluten Streitfällen dazu, mündliche Noten zu begründen und abzusichern. Es funktioniert wirklich nur, wenn SuS das Blog ein bisschen zu ihrer Welt machen und darin auch eine gewisse Anarchie herrschen darf. Sie sollen ja von sich aus schreiben, produzieren. Wo kommt Schriftlichkeit heute noch im Alltag vor?

"Von den Aspekten, die Du angesprochen hast, möchte ich den folgenden herausgreifen: Der Motivationseffekt von Web 2.0-Plattformen für die Arbeits- bzw. Schreibbereitschaft vieler SchülerInnen scheint mir mittlerweile bescheiden. Der Erfolg einer medialen Schreibkonferenz oder Kommentarlawine hängt genauso wie bisher von der Bereitschaft ab, 'seine' Hausaufgaben zu machen."

Schüler sind nicht doof - völlig klar. Nach einer Anfangseuphorie werden sie schnell begreifen, dass Hausaufgaben im Blog eben immer noch Hausaufgaben sind.

Kommentarlawinen lassen sich organisatorisch leicht vermeiden, indem z.B. man das Feedback so organisiert, dass jeder nur drei Kommentare vorher zugelosten Lerngruppenmitgliedern schreibt.

Es kommt dabei stark auf die Klassengemeinschaft an - für diese Softskills muss man natürlich etwas tun: Die Wahrnehmung des einzelnen Textes ist in einem Blog idealerweise viel höher als im Deutschheft.

Und die klassische Lesekonferenz leidet unter nicht gemachten Hausaufgaben noch viel konsequenzenreicher. Eine Blogdiskussion die aus dem Ruder läuft, kann ich mit Abstand und im Wortlaut reflektieren.

Und dort läuft erstaunlicherweise auch viel aus dem Ruder - "man" ist ja vorgeblich im anonymen Internet. Einen Blogtext zu überarbeiten ist viel einfacher als einen Totholztext zu verschandeln oder noch einmal neu abzuschreiben.

"Ich will nur nicht neben der Administration eines Schulwikis noch ein Weblog führen müssen (Arbeitsökonomie)."

Musst du ja auch nicht. Du arbeitest doch mit (öffentlichen) Wikis. Gut, wenn SuS beides erfahren. Zum Glück wartet sich Wordpress - einmal installiert - weitgehend selbst, da habe ich als Rootservermensch aber auch noch ganz andere Möglichkeiten als die meisten mit einem FTP-Zugang.

Dein Wiki finde ich beeindruckend (und die Visualisierung von Hohencremmen kommt mir doch methodisch sehr bekannt vor, selbst oft gemacht) - ich habe für mich das Rezeptionsproblem in der Beziehung noch nicht gelöst. Ein neues Wiki zu erstellen (so regelheft-/protokollmäßig) erlebe ich als sehr motivierend, eines später zu überarbeiten oder zum gleichen Thema neu zu gestalten finde ich mit SuS schwieriger.

Auch der Zugang zu einem Wiki ist oft noch etwas "qualvoller" (mehr Anschieben notwendig), das Backend von Wordpress ist da einfach intuitiver, sodass ich schneller ans eigentliche Arbeiten komme - mittlerweile nach 45 Minuten Einführung - und wir haben doch viele Schüler und keine Zeit....

Gruß,

Maik

Beitrag wurde am 03.10.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 30.10.2012 geschrieben
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Hallo,

 

Ich arbeite mit Kursweblogs im Ethikunterricht und mit Wikis im Erdkundeunterricht. Beides wohl überlegt und nach Anforderungen differenziert. Das Wiki im Ethikunterricht habe ich auch ausprobiert, ging einigermaßen, holperte allerdings bei Diskussionswünschen über Themen zu denen keine Seite angelegt war.

Dieses Schuljahr habe ich mir via Twitter (Danke @Tastenspieler) und persönlicher Kontakte Blogpartner gesucht - also andere Ethik/Philosophiekurse, mit denen wir zusammen bloggen. Ich erhoffe mir davon eine größere Meinungsvielfalt und Bereicherung durch unterschiedliche Lebenssituationen (Stadt-Land, andere Bundesländer, etc.). Mal sehen, wie es so läuft.

Hier noch der Link zum neu begonnen Kursblog.

Zum Thema Hausaufgaben: ich gebe keine Hausaufgaben in den Kursen, die mit Weblog arbeiten. Statt dessen haben die Schüler die Aufgabe, in einem Halbjahr eine Zusammenfassung einer Unterrichtsdoppelstunde, einen Beitrag, der sich zum Kommentieren eignet sowie 5 Kommentare zu schreiben. Diese ziehe ich zur Bewertung heran.

Hausaufgaben, die kurz vor Unterrichtsbeginn im Bus hingekritzelt werden, sind eine gute Abschreibübung. Ob der Sinn dahinter verstanden wurde, wage ich zu bezweifeln.  

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