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Kooperation und Vernetzung von Lehrkräften im Web 2.0 – gelingt im ...

Beitrag verlinken am 13.09.2010 geschrieben
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Jäger und Sammler
Die meisten KollegInnen sind eigentlich ständig auf der Suche nach Anregungen, Materialien, Konzepten für ihren Unterricht. Während früher in erster Linie Fachbücher und -zeitschriften, Zeitungen, Materialsammlungen der Schulbuchverlage als Quelle dienten, ist heute das Internet ein populärer Fundort für Inhalte unterschiedlichster Couleur und Qualität. Lehrer sind laut einer Studie des mmb (Institut für Medien- und Kommunikationsforschung) aus dem Jahr 2008 längst in der digitalen Welt angekommen:

„Nachdem sie lange Zeit mit dem Computer und dem Internet eher zurückhaltend umgingen, nutzen mittlerweile 90 Prozent der Lehrer Computer und Internet zur Unterrichtsvorbereitung; damit ist das Internet ein wichtiges Werkzeug der Lehrer.“

Welche Möglichkeiten bietet das Mitmachnetz?
Hoch im Kurs stehen dabei die Bildungsserver der Länder, die Internetangebote der Schulbuchverlage, aber auch Lehrerportale wie etwa Lehrer Online, ZUM e.V., 4teachers, die mit zigtausenden von von Lehrkräften selbst verfassten Beiträgen aufwarten. Zudem lässt sich beobachten, dass auch LehrerInnen die Social Networks für sich entdecken und zunehmend mit eigenen Blogs in Erscheinung treten (siehe Blogroll auf der rechten Seite oder die Übersicht auf Lehrerfreund.de).

Technologien wie Blogs, Micro-Blogs, Foren, Wikis, Videoplattformen und soziale Netzwerke sind besonders gut geeignet, um miteinander in Kontakt zu kommen, Informationen zu Schule und Unterricht auszutauschen und zu bewerten, sich miteinander zu vernetzen und zu schulischen Themen zu kooperieren. Werden diese Möglichkeiten aber auch von Lehrkräften genutzt? Wie ist es um die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch von Lehrern im Web bestellt? Diese Frage beschäftigt offenbar nicht nur mich alleine. So bin ich unlängst im Schulblog einer Kollegin aus Bayern über folgenden Passus gestolpert:

„Warum nutzen wir Lehrer die Möglichkeiten des Internet nicht für mehr Austausch und Information zur Unterrichtspraxis? Theorie ist interessant und wichtig, hat aber wenig Bedeutung, wenn sie nicht in die Praxis umgesetzt wird. Ich wünsche mir ein Forum, ein Blog, ein Wiki für den Austausch von praktischen Erfahrungen und Ideen. (… ) Vielleicht fühlt sich ja auch jemand angesprochen und in der Lage ein Austauschorgan für Praktiker ins Leben zu rufen oder Ideen dazu zu liefern.“

Neue Lernkultur und neue Kooperationsformen
Dieser Beitrag hat mich in der Tat angesprochen – auch, weil ich gemeinsam mit einigen Kollegen ein Wiki innerhalb der ZUM-Wiki-Familie der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM e.V.) eingerichtet habe, welches genau diesen Zweck erfüllen soll: Es soll eine zentrale Anlaufstation für Lehrkräfte aller Schulformen und -stufen sein, die den Austausch von praktischen Erfahrungen und Ideen und die Verbreitung von guten Beispielen ermöglicht. Dabei soll es weniger darum gehen, für jedes einzelne Unterrichtsfach Inhalte, Methoden und Materialien bereitzustellen. Vielmehr soll es um die Frage gehen, wie ein zeitgemäßer Unterricht gestaltet werden kann, der der zunehmenden Heterogenität der Schülerinnen und Schüler an unseren Schulen Rechnung trägt: Wie können wir lernen, konstruktiv mit dieser Vielfalt umzugehen? (Stichwort „neue Lernkultur“, die auf individuelle Förderung ausgerichtet ist). Und welche vielfältigen Möglichkeiten des (individualisierten, selbstgesteuerten, kooperativen) Lernens gibt es in heterogenen Klassen? Die Antworten sollen aus den Schulen kommen – von Lehrerinnen und Lehrern, die den Mut haben, neue Wege des Lehrens und Lernens zu gehen. Vielleicht bekommt ja der / die eine oder andere nach Lesen dieses Beitrags Lust, mitzumachen?! Hier der Link: www.vielfalt-lernen-wiki.de

Meins bleibt meins. Oder: Von der Angst, zu teilen
Leicht wird das gewiss nicht, wie ich neulich auf einer Lehrerfortbildung in Münster erfahren durfte: Hier berichteten engagierte Kollegen davon, dass sie auf der Arbeitsplattform lo-net2 (www.lo-net2.de) gemeinsam Materialien zum kooperativen Lernen entwickelt hatten. Echte Teamarbeit! Auf Nachfrage stellte sich allerdings heraus, dass die Bereitschaft, diese Inhalte mit Lehrern anderer Schulen zu teilen bzw. öffentlich zur Verfügung zu stellen, nicht vorhanden war – die Materialien liegen in einem geschützten Bereich der Plattform, der nur wenigen zugänglich ist. Meine Vermutung ist, dass dieses Beispiel kein Einzelfall ist: Viele Kollegen haben einen extrem hohen Anspruch an sich und ihre Arbeit und wollen nichts Halbgares oder Unvollkommenes veröffentlichen, selbst wenn es bereits einen hohen Reifegrad hat. Einige fürchten vielleicht auch, dass andere die Lorbeeren für ihre Arbeit ernten könnten. Zudem stehen viele Schulen zunehmend in Konkurrenz zueinander und geben innovative Ansätze zur Schul- und Unterrichtsentwicklung aus diesem Grund nicht weiter. Ich finde das sehr bedauerlich und hoffe, dass sich einige dieser Befürchtungen ausräumen lassen. Ein Wiki bspw. bietet ja gerade eine gute Grundlage, um schnell und ohne große technische Hürden Inhalte zu veröffentlichen. Diese Inhalte müssen noch nicht perfekt sein. Sie können sukzessive ergänzt und weiter bearbeitet werden – gerne auch arbeitsteilig und in Abstimmung mit anderen… die Wikipedia oder auch das ZUM-Wiki sind gute Beispiele, wie fruchtbar eine solche Zusammenarbeit sein kann.

Frage an die geneigte Leserschaft: Ist die derzeitige Lehrergeneration kooperationsbereit und teamfähig? Und bietet sich das Internet überhaupt als Ort des Erfahrungsaustausches an – oder ist die persönliche Begegnung das, was wichtig ist und zählt?

Beitrag verlinken am 14.09.2010 geschrieben
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Obwohl ich seit fast zwei Jahren "raus" bin, fühle ich mich doch von diesem Beitrag angesprochen.

Als ich vor etwa 8 Jahren anfing, mein "Halbgares" auf eine Webseite (zuerst nur im Intranet meiner Schule) zu bringen, da gab es noch keine Portale, Wikis, Blogs, sozialen Netzwerke... Um eine gute Webseite zu machen, musste man zuerst lernen, wie man mit HTML, JavaScript, PHP, mySQL... solche sonderbaren Seiten zustande bringt. So ist es wohl auch unzähligen anderen KollegInnen ergangen. Tausendfach wurde das "Rad neu erfunden" und eine Webseite zusammengebastelt. Auf diese Weise entstanden aber doch unzählige interessante, hilfreiche gute Webseiten.

Das meiste von dem, was ich hinsichtlich Website-Programmierung mittlerweile kann und weiß, stammt von diesen Webseiten. Eine (obligatorische) Kommentarfunktion gab es noch nicht. Es gab meist nur eine E-Mail-Adresse und manchmal ein "Gästebuch". Und ich muss gestehen, dass ich über Jahre hinweg nicht ein einziges Mal eine Rückkopplung gegeben habe, dass ich diese Webseite ständig benutze, dass sie mich oftmals aus einer aussichtslos erscheinenden Situation gerettet hat. Und ich bewundere diese Websitebetreiber, die damals ohne Google AdSense, ohne jegliche Werbeeinblendungen durchgehalten haben, nur weil sie von der Wichtigkeit ihrer Seiten überzeugt waren!

Inzwischen kenne ich dieses Problem aus der anderen Perspektive: Auf meiner Webseite habe ich täglich gut 300 (echte) Besucher (mit Robots, Hackern... etwa 800), die täglich fast 700 Seiten besuchen. Die Rückkopplung ist - trotz Kommentarfunktion - fast Null.

Was will ich damit sagen?

  • Lange bevor die Bildungsserver entstanden gab es schon Tausende gute hilfreiche Webseiten auch für den Schulunterricht.
  • Meines Wissens gibt es keine Plattform, die in der Lage wäre, bestehende Webseiten zu übernehmen, zu integrieren. Die Bildungsserver beschränken sich daher auf das Anlegen von Linklisten.
  • Die ZUM-Unity ist (z.Zt. noch) ein Spiegelbild dieser zerklüfteten Bildungs-Landschaft.
  • Jeder Websitebetreiber hat natürlich über die Jahre erhebliche (Un)kosten und möchte gerne - irgendwann - auch mal für die viele Mühe belohnt werden.
  • Die Einrichtung eines neuen Portals, Wikis... muss nicht immer die richtige Lösung sein. Vielleicht haben andere dies schon vorher getan und man müsste diese Initiative nur unterstützen...
  • Die Gründung von neuen Webseiten, Portalen, Foren... (die sich nicht zuletzt über geschaltete Werbung finanzieren) können die Zersplitterung des Angebots nicht stoppen.
  • Gerade Lehrer gehen mit dem Internet erfahrungsgemäß zielorientiert um: Material bei Google gesucht - Material gefunden - und Tschüss!
  • Ich würde mich freuen, wenn mehr Kollegen - entgegen meinem Vorbild - auf Webseiten, auf denen sie fündig werden, auch eine Rückmeldung hinterlassen würden. Das würde sich vermutlich meist kurzfristig auf die Qualität des Angebots auswirken.
  • Meines Erachtens geht es hier nicht zuletzt um eine (neue) Netzkultur. Das Problem ist nicht "Meins bleibt meins", sondern der überall erkennbare Trend, dass die Großen die Kleinen (kostenlos) schlucken! Und das gilt wohl auch für die Bertelsmann Stiftung.

Grüße aus Berlin

schoe

Beitrag wurde am 14.09.2010 vom Verfasser bearbeitet
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