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Was ermöglicht individuelle Förderung?

Beitrag verlinken am 04.06.2010 geschrieben
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Klaus Dautel hat in seinem Beitrag Offener Unterricht und WEB 2.0: Neue Öffnungen nötig! zu Recht darauf verwiesen, dass unter den Bedingungen des Web 2.0 manche als richtig erkannte pädagogisch-didaktischen Konzepte neu überdacht werden müssen.

Heißt dies auch, dass sich die Bedingungen für individuelle Förderung geändert haben?

Beitrag wurde am 04.06.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 04.06.2010 geschrieben
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Was waren denn die Bedingungen bisher und welche könnten es jetzt sein?

Beitrag verlinken am 06.06.2010 geschrieben
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@rimeis: Zum ersten Teil der Frage: http://wikis.zum.de/vielfalt-lernen/index.php/Weblinks_zu_individueller_F%C3%B6rderung, zum zweiten Teil der Frage: Wenn Karl das beantworten könnte, hätte er nicht danach gefragt.

am 14.06.2010 von christian_ebel bearbeitet.
Beitrag verlinken am 10.06.2010 geschrieben
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rimeis:
Was waren denn die Bedingungen bisher und welche könnten es jetzt sein?

Ich denke, dass die digitalen Medien und speziell das Web 2.0 einige neue technische Möglichkeiten mit sich bringen, die auch für eine sinnvolle individuelle Förderung nutzbar gemacht werden könnten. Allerdings glaube ich nicht, dass neue Medien oder technische Möglichkeiten automatisch zu einem sinnvolleren und beseren Unterricht führen, auch nicht unbedingt zu einer besseren individuellen Förderung.

Was waren die Bdingungen bisher:

  • Die Ausrichtung auf von allen gemeinsam zu erreichenden Lernzielen ließ häufig individuelle Förderung als nahezu unmöglich erscheinen, weil es so schien, dass die für individuelle Förderung benötigte Zeit dem "normalen" Unterricht verloren ging.
  • Mir war auch früher nur der Begriff "Binnendifferenzierung" als Synonym für das, was man heute mit individueller Förderung erreichen möchte, bekannt. Wie ich an anderer Stelle geschrieben habe, sah es allerdings in der Regel wohl so aus, dass nahezu alle eine Binnendifferenzierung - zumindest in bestimtmen Situationen - guthießen, aber kaum jemand sie wirklich praktizierte, weil man entweder nicht wusste, wie es ging, oder weil man nicht dazu kam, seinen Unterricht entsprechend umzugestalten.
  • Bei mir sah individuelle Förderung wohl vornehmlich so aus, dass ich mit Schülerinenn und Schüler vor und nach dem Unterricht gesprochen oder in manchen Arbeitsphasen während des Unterrichts mich mehr mit bestimmten Schülerinennund Schülern befasst habe, weil ich wusste oder merkte, dass diese mehr Unterstüzugn al andere brauchten.
  • Die häufigste Form der praktischen Binnendifferenzierung an meienr jetzigen Schule, einer Gesamtschule, ist wohl die Unterscheidung zwischen Aufgabne und Extra-Aufgaben: Wer die Pflicht (Aufgaben) erledigt hat, ist damit erst einmal fertig. Wer aber mehr Ehrgezit hat (und vor wllem wer siennen höheren Abschluss anstrebt) sollte in der Regel auch die Extrauaufgabe3n erledigen.

Eine für mich wesentliche Änderung bringen die Methoden des kooperativen Lernens mit sich:

  • Das Grundprinzip des Think - Pair - Share bedeutet, dass grundsätzlich jeder Schüler und jede Schülerin zunächst eine Aufgabe für sich alleine bearbeiten sollte ("Think"), sodass hiermit in der Praxis chon mehr inidividuelle Aktivität als in traditionellen Formen des Unterrichts gegeben ist.
  • Die Tatsache, dass in der "Pair"-Phase, also in Partern- bzw. Gruppenarbeit recht intensive Gespräche zu Zweit bzw. in kleinen Gruppen möglich sind, führt dazu, dass jeder einzelne immer wieder im Gespräch mit Anderen aktiv wird und somit auch mehr Antworten auf eigene Fragen erhält als in klassischen Phasen des Unterrichtsgesprächs. Die Tatsahce, das so die Gespräche in den verschiedenen Gruppen teilweise sher unterschiedlich ablaufen, mag man eventuell zunächst bedauern; es bedeutet aber auf jeden Fall auch, dass jede und jeder Einzelne sich persönlich eienbringne kannn. - Ein Abgleich der Gruppenergebnisse erfolgt dann ja immer noch über - absbhließend - die Präsentation und die Diskussion im Plenum ("Share").

Digitale Medien und Web 2.0 können bei Lernprozessen hilfreich sein, aber vermutlich immer nur dann, wenn sie sinnvoll in den Unterricht eingebunden werden:

  • Bei Übungen am Computer sind sofortige und individuelle Rückmeldungen an jeden Einzelnen möglich.
  • Das Internet ermöglicht die Bereitstellung von interaktiven Übungen, auf die viele Benutzer unabhängig von Zeit und Ort zugreifen können.
  • Das Web 2.0 ermöglicht, dass interaktive Übungen online, z.B. in einem Wiki, erstellt, gemeinsam bearbeitet und individuell genutzt werdeb können, z.B. die Lernpfade unter Mathematik-digital.
  • Die Tatsache, dass es solche Übungen gibt, die man Schülerinnen und Schülern für zu Hause empfehlen oder mit sie in der Schule nutzen lassen kann, macht aber noch nicht unbedingt wirkliche individuelle Förderungaus.

Konzeptt, ob und wie man die Möglichkeiten des Web 2.0 für die individuelle Förderung nutzen kann, müssen, soweit ich es sehe, noch (weiter) entwickelt werden.

Beitrag wurde am 10.06.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 14.06.2010 geschrieben
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Karl.Kirst:
Ich denke, dass die digitalen Medien und speziell das Web 2.0 einige neue technische Möglichkeiten mit sich bringen, die auch für eine sinnvolle individuelle Förderung nutzbar gemacht werden könnten. Allerdings glaube ich nicht, dass neue Medien oder technische Möglichkeiten automatisch zu einem sinnvolleren und beseren Unterricht führen, auch nicht unbedingt zu einer besseren individuellen Förderung.

Die große Frage, die über diesem Diskussionsstrang steht, ist doch "Was ermöglicht individuelle Förderung?". Die verschiedenen Beiträge haben dabei in erster Linie auf die Bedeutung der neuen Medien für sinnvolle individuelle Förderung hingewiesen. So sehr ich mich auch den Antworten von @Karl.Kirst und den Mitdiskutanten anschließen kann, so möchte ich an dieser Stelle doch versuchen, die Frage so allgemein zu beantworten, wie sie gestellt worden ist: Individuelle Förderung wird in erster Linie durch die Einstellungen / Haltungen sowie die Kompetenzen der Lehrkräfte ermöglicht und maßgeblich durch die Rahmenbedingungen bestimmt, die sich an der Schule und im Schulsystem des betreffenden Bundeslandes vorfinden lassen:

a) Einstellungen / Haltungen
Für den Erfolg individueller Förderung spielt die Einstellung der Lehrkräfte eine wesentliche Rolle – individuelle Förderung heißt, den Blick stärker auf das einzelne Kind zu richten. Im Detail bedeutet das: „Jedes Kind kann und soll gefördert werden. Jedes Kind will lernen.“ Eine solche Grundeinstellung orientiert sich am einzelnen Schüler und nicht mehr in erster Linie an den „Mittelköpfen“ einer Klasse. Das hat Auswirkungen darauf, wie eine Lehrkraft sich selbst versteht: In dem Moment, in dem sie den einzelnen Schüler in den Blick nimmt, ist sie nicht mehr nur Wissensvermittler, sondern vor allem Lernberater.

b) Lehrerkompetenzen
Neben den Einstellungen benötigen Lehrerinnen  und Lehrer gleichzeitig ein Repertoire an Kompetenzen, um die Potenziale ihrer Schülerinnen und Schüler zur Entfaltung zu bringen:

•Pädagogische Diagnosekompetenz
•Didaktisch-methodische Kompetenz
•Klassenführungskompetenz
•Feedback- und Beurteilungskompetenz
•Teamkompetenz
•Planungskompetenz

Mehr zu diesen Kompetenzen ist im "Vielfalt Lernen Wiki" nachzulesen

c) Rahmenbedingungen
Als Barrieren, die individuelle FÖrderung in Deutschland verhindern, werden in erster Linie gesehen: I.Die Belastungssituation der Lehrerinnen und Lehrer, II. die wenig bedarfsorientierte Ressourcensteuerung III. die Abschulung von Schülerinnen und Schülern auf niedrigere Schulformen. Mehr dazu in einer interessanten Abhandlung von Prof. Oelkers (im Auftrag der Bertelsmann Stiftung): Broschüre "Heterogenität und Bildung"

 

Beitrag wurde am 14.06.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 17.11.2010 geschrieben
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Studenten, die ein Jahr über die Initiative an der Schule gearbeitet haben, sind ernüchtert: „Individuelle Förderung durch individuelle Zielsetzung und individuelles Arbeitstempo? Fantastische Idee! Aber ich wüsste nicht, wie das zu bewerkstelligen sein könnte…“ schreibt beispielsweise Jan Schulte Holthausen. (vgl. Blogartikel über 2 taz-Artikel)

Beitrag verlinken am 15.12.2010 geschrieben
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Grüß Euch!

 

Das sehen die Studenten schon irgendwie realistisch finde ich. Individuelle Förderung ist wichtig, eigenes Arbeitstempo auch. Aber krankt nicht genau daran die ganze Ausbildungsproblematik? Weil Kinder- und Jugendliche nicht mehr belastbar sind, weil immer und immer nur auf sie eingegangen wird sie sich aber keinem "Zwang" mehr unterwerfen müssen?

Individuelle Förderung ist gut und schön solange sie real und zukunftsvorbereitend ist.

 

Gruß

Beitrag verlinken am 07.01.2011 geschrieben
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nischki:

Aber krankt nicht genau daran die ganze Ausbildungsproblematik? Weil Kinder- und Jugendliche nicht mehr belastbar sind, weil immer und immer nur auf sie eingegangen wird sie sich aber keinem "Zwang" mehr unterwerfen müssen?

 

Gruß

Hallo!

Das ist ja ein sehr konstruierter Zusammenhang. Individuelle Förderung wird noch kaum umgesetzt, darüber sind sich wahrscheinlich alle einig. Wie kann die Individualisierung die Ausbildungsproblematik verursachen?

Zwang als Grundlage für eine Ausbildungsfähigkeit finde ich auch seltsam. Leistungsanforderungen ist wohl eher gemeint. Die gibt es im differenzierten Unterricht auch - jedoch individuell und somit "wirksamer". Was bringt es, für meinen Unterricht Anforderungen zu formulieren, die ein Teil der Klasse nicht erreichen kann, der andere Teil schon erreicht hat. 

 

Viele Grüße

Beitrag verlinken am 13.01.2011 geschrieben
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Hallo allerseits,

ich denke auch dass es keine Lösung sein kann, Kinder und Jugendliche mittels Zwang auf das Leben vorzubereiten. Hier geht die Stärkung der Persönlichkeit (um dann nachher mit dem in Beruf und Alltag durchaus bestehenden "Druck" umgehen zu können) sicherlich vor! Ich stimme nik.later zu, dass Leistungsanforderungen unabhängig davon sinnvoll und notwendig sind - sie sind mit dem Prinzip der individuellen Förderung absolut vereinbar.

Um noch einmal zur ursprünglichen Frage zurückzukommen (Bedingungen für individuelle Förderung und Veränderungen durch das Web 2.0):

Ich sehe hier eine Parallele. Im Umgang mit Web 2.0 mussten viele (z.B. Unternehmen) lernen, dass nicht alles steuerbar ist. Verbraucher oder User nutzen die neuen Möglichkeiten, um einen Dialog anzustoßen und notfalls auch zu erzwingen. Sie wollen mitreden und nicht alles hinnehmen! Und vielleicht ist es auch so in der Schule: Individuelle Förderung heißt, eigenverantwortliches Lernen zu stärken und Schüler auf ihrem eigenen Lernweg zu ermutigen. Das bedeutet auch, dass ein Stück weit Verantwortung abgegeben wird und der Lehrer sich auch mal den Interessen der Schülerinnen und Schüler beugen muss.

Das mag schwer fallen, denn man selbst weiß ja eigentlich immer am Besten, wie ein Thema anzugehen / Stoff zu vermitteln ist etc... Aber es kann eben auch dazu führen, dass der Lerneffekt größer wird: Schülerinnen und Schüler bekommen das Wissen nicht nur "serviert", sondern machen es sich selbst zu eigen.

Fazit: In Bezug auf die für individuelle Förderung notwendige Haltung kann man sich einiges aus den Entwicklungen im Web 2.0 abschauen!

Viele Grüße

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