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Begriff "Individuelle Förderung"

Beitrag verlinken am 28.05.2010 geschrieben
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Eine kurze Begriffsbestimmung findet sich im Wiki "Vielfalt lernen":

Definiton "Individuelle Förderung"

Eine Kernaussage dort lautet:

"Individuelle Förderung heißt, dass jedes Kind und jeder Jugendliche seinem Lern- und Entwicklungsstand entsprechend so unterstützt wird, dass es seine Kompetenzen so gut wie möglich erweitern kann."

Beitrag wurde am 28.05.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 14.06.2010 geschrieben
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Die öffentliche Debatte zeigt immer wieder, dass beide Bestandteile des Begriffs „Individuelle Förderung“ mehrdeutig sind und der Klärung bedürfen. Vielfach werden unter „Förderung“ z. B. zusätzliche Fördermaßnahmen für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler (oder für Hochbegabte) verstanden – anstatt Förderung als allgemein gültiges pädagogisches Prinzip zu sehen, von dem im Unterricht alle Schülerinnen und Schüler profitieren - auch am Gymnasium (vgl. z. B. die Rezension des Buches "Vielalt als Chance", die K. Dautel unter http://www.zum.de/zumdb/buch/cgi/titel.cgi veröffentlicht hat. Dort geht es um individuelle Förderung am Friedrich-Schiller-Gymnasium Marbach, BW).

Selbst das Adjektiv „individuell“ ist augenscheinlich missverständlich und wird zuweilen so interpretiert, dass Kinder nicht mehr gemeinsam mit anderen in der Gruppe oder im Klassenverband lernen, sondern dass jedes Kind in einem „individualisierten Unterricht“ allein an eigens entwickelten Aufgaben arbeitet. Ein derartiges Verständnis von individueller Förderung führt bei vielen Kolleginnen und Kollegen zu Irritationen und nicht selten zu einer Abwehrhaltung. Darum ist es wichtig, dass in jedem Kollegium und an jeder Schule ein Klärungsprozess darüber stattfindet, was individuelle Förderung konkret ausmacht und welchen Stellenwert sie im Unterricht erhalten soll. Greift man die o.g. Definition auf, dann sind unter individueller Förderung alle Handlungen von Lehrerinnen und Lehrern und Schülerinnen und Schülern zu verstehen, die mit der Intention erfolgen, "das Lernen des einzelnen Schülers / der einzelnen Schülerin unter Berücksichtigung seiner / ihrer spezifischen Lernvoraussetzungen, -bedürfnisse, -wege, -ziele und -möglichkeiten zu unterstützen.“ (Kunze 2009)

In diesem Sinne verstanden sollte individuelle Förderung ein bestimmendes Grundprinzip des Unterrichts an allen Schulformen und für alle Schülerinnen und Schüler sein: Gefördert und gefordert werden sollen die Leistungsstarken ebenso wie die Leistungsschwächeren – und auch alle anderen, die von ihrem Leistungsvermögen dazwischen liegen. Zudem wäre es ein Missverständnis, aus dieser Definition abzuleiten, dass für jeden einzelnen Schüler in einer Klasse eine individuelle Stunden- und Unterrichtsplanung erfolgen muss – es geht vielmehr darum, die Abläufe in Lerngruppen so zu gestalten und zu steuern, dass sie sich stärker an den Lernprozessen der Kinder und Jugendlichen orientieren. Entsprechend dem Lerngegenstand, der Lernphase und dem Lernziel kann dies beinhalten, dass unterschiedliche Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Sozialformen (Gruppen-, Partner-, Einzelarbeit…) arbeiten und dass einzelne oder mehrere Schülerinnen und Schüler mehr Aufmerksamkeit bzw. zusätzliche Unterstützung durch die Lehrkraft erhalten.

Beitrag wurde am 14.06.2010 vom Verfasser bearbeitet
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