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Holocaustleugnung in der Schule?!

Beitrag verlinken am 30.05.2012 geschrieben
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Hallo!

Hat jemand schon mal Erfahrung mit der Leugnung des Holocaust in der Schule gemacht?

Damit meine ich nicht nur das Bestreiten des Holocaust an sich, sondern auch alle unterschiedlichen Stufen – vom Infragestellen, Beschönigen bis hin zum Rechtfertigen – egal ob im Geschichtsunterricht, in einem anderen Fach oder auch in einem ganz anderen Kontext.

Im Rahmen meiner Zulassungsarbeit beschäftige ich mich gerade intensiv mit diesem Thema und wäre sehr dankbar, wenn ihr von euren Erfahrungen berichten würdet. Entweder direkt hier, so dass auch die Möglichkeit besteht, sich über mögliche Handlungsalternativen etc. auszutauschen, oder auch gerne per PN.

Viele Grüße, Katrin

Beitrag verlinken am 30.05.2012 geschrieben
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Hallo Katrin,

nein, den Holocaust hat noch niemand in meinem Unterricht geleugnet. Aber gerade heute hat ein Schüler (von anderen unterstützt) betont, dass Hitler doch die Autobahnen gebaut habe, womit er für (sinngemäß) für Vollbeschäftigung gesorgt habe, während heute Hartz-IV-Empfänger (sinngemäß) auf Kosten der Allgemeinheit leben würden.

In solchen Momenten erschrecke ich (und reagiere zumeist direkt oder in einer nachfolgenden Stunde auch darauf), weil ich darin eine Tendenz zur Verharmlosung des Hitler-Regimes sehe, die in der Konsequenz aus meiner Sicht nicht weit von einer Verharmlosung des Holocausts entfernt ist. Und solch eine Verharmlosung der Shoa ist letzlich ja nicht mehr weit von der Leugnung des Holocausts entfernt.

Und eine andere (zum Glück gerade nicht aktuelle) Beobachtung: Vor zwei Jahren oder drei Jahren habe ich zum ersten Mal mitbekommen, dass Schüler/innen das Wort Jude untereinander als Schimpfwort benutzten. Damit wollten sie sicherlich nicht direkt oder bewusst den Holocaust leugnen. Es zeigt sich darin aber aus meiner Sicht doch auch wieder eine fürchterliche Tendenz zur Diskriminierung einer Bevölkerungsgruppe und zur Bagatellisierung von übelsten Verbrechen.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Die meisten Schüler/innen der Schule, an der ich unterrichte, stehen sicherlich eindeutig hinter der Auszeichnung unserer Schule als "Schule ohne Rassismus". Aber dies zu proklamieren reicht halt nicht aus.

Gruß

Karl

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