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Geschichten aus dem Smartboardzimmer

Beitrag verlinken am 15.03.2012 geschrieben
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Ich könnte jede Woche einen Erlebnisbericht aus dem Smartboard-Zimmer in die interessierte Öffentlichkeit schicken. Das wäre vielleicht nützlicher als die Debatten über Digital-Didaktik oder die Verhütung von Digitalisaten.
Hier ein Praxisbeispiel.
Jetzt hat man für ordentlich Geld ein oder zwei Zimmer mit einem Smartboard versehen und da das Smartboard ja eine Art Allrounder ist, hat man auf zusätzliche Tafel und Pinwand und so weiter verzichtet. Ein Raum, ein Smartboard, 25 Arbeitsplätze, das genügt. Dazu kommen noch ganz moderne, leicht lichtdurchlässige Jalousien vor den großen Fensterfront, zum Glück nicht solche mit Sensoren, die selbstständig auf die Klimaverhältnisse reagieren.
Was ist die Folge: Das Smartboard ist nur bei schlechtem Wetter zu gebrauchen. Die Jalousien halten das Licht nicht ab, auf dem Smartboard ist nichts Genaues zu sehen. 
Ich hoffe jetzt immer auf schlechtes Wetter, auf trübe, sonnenlose Tage, am besten mit Regen. Dann wird mein Unterricht besser, weil das Smartboard jetzt erst etwas taugt.
Die Schönwetterlösung heißt Tageslichtprojektor (der Name sagt schon alles).  Der bringt es voll, ich schiebe ihn in die dunkelste Ecke des Zimmers, greife mir eine Folie und einen Stift und lege los.
Beitrag wurde am 15.03.2012 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 29.03.2012 geschrieben
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Ein sehr befriedigendes Smartboard-Erlebnis hatte ich neulich, als (s)ich eine Schülerin an den Laptop setzte und alles notierte, was im Unterrichtsgespräch an Interessantem und Passendem zusammengetragen wurde. Es ging um die Rolle der Frauen in den drei Werken „Michael Kohlhaas“, „Der Prozess“ und „Der Besuch der alten Dame“. 

Zuvor war es aber sinnvoll, ein Raster zu erstellen mit den wichtigsten vier Gesichtspunkten, unter denen die relevanten Frauenfiguren überhaupt sinnvoll vergleichbar sind. So entstand eine Tabelle als Rahmen für die nun einzuarbeitenden Inhalte.

Als zweiten Schritt wurden unter diesen Gesichtspunkten dann in Experten-Gruppen (arbeitsteilig) die nötigen Informationen gesammelt, schließlich waren die Werke über Monate hinweg intensiv gelesen worden. 

Im Plenum erfolgte dann die Auswertung in einem strukturierten (!) Unterrichtsgespräch. Die wesentlichen Informationen und Schlussfolgerungen wurden quasi in Echtzeit von der Schülerin in die Tabelle geschrieben, sichbar und korrigierbar für alle. Es wurde nach besseren Formulierungen gesucht, nachgefragt, nachgehakt. 

Üblicherweise hätte ich an der Tafel gestanden, mal mit dem Rücken zur Klasse, mal ihr zugewandt, aber immer irgendwie am Rotieren. Der Platz auf der Tafel wäre dann rasch ausgefüllt gewesen - aber so hatte ich die Hände frei.

Die Ergebnistabelle wurde dann gespeichert, von mir zuhause noch ein bisschen überarbeitet (hätte auch ein Schüler, eine Schülerin machen können) und dann per Mail versandt. Als Alternative hätte man die Tabelle auch in unser Kurs-Wiki einfügen können.

Ich will nicht sagen, dass das jetzt "Offener Unterricht" (mit großem O) war, aber ein Beispiel dafür, wie das Arbeiten mit Smartboard mehr sein kann als Tafel-Unterricht.

Beitrag verlinken am 30.04.2012 geschrieben
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Habe eine sehr nützliche App für das iPad entdeckt, die es mir leichter machen könnte, mit dem iPad im Smartboard-Zimmer zu arbeiten, meinen Laptop zuhause zu lassen und auch auf lizenzierte Smartboard-Programme zu verzichten. 
Es heißt "Noteshelf", kostet knapp 5 € und erlaubt das Schreiben mit dem Stylus (oder Finger) auf Blättern, die zusammen dann ein Themen-Heft oder eine Art Notizbuch ergeben. Von dieser Art App gibt zwar schon einige, die auch ganz ansehnlich sind und praktisch daherkommen, z.B. das schöne "Penultimum" oder "Paper by 53", und auch etwas weniger kosten; aber zwei Features haben es mir besonders angetan.
  1. Man kann zusätzlich zum Schreibstift auch die Tastatur benutzen: Dazu zieht man mit dem Stylus (oder so) ein Textfeld auf, die Tastatur erscheint automatisch und man kann in dieses Feld hineinschreiben. Das Textfeld lässt sich dann zurechtziehen und verschieben, ebenso lassen sich Schrift und Schriftgröße verändern, auch die Farbe.
  2. Es gibt eine Zoom-Funktion, mit der man mit den Stylus kleiner schreiben kann als sonst! Dadurch passt mehr handgeschriebener Text auf eine Seite, wodurch man dem räumlichen Potenzial der guten alten Kreidetafel wieder näher kommt - z.B. für Mindmaps, Cluster, Diagramme ...
Eine solche App bietet die Möglichkeit, auf die lizenzierten Programme der Smartboard-Anbieter verzichten zu können und dennoch ansehnliche Tafelbilder erstellen zu können. Bei alledem bin ich  räumlich nicht an das Smartboard gebunden. Ich habe das Tablett vor mir liegen, kann der Klasse zugewandt arbeiten und muss keinen Tanz am Board vollführen.
Beitrag wurde am 30.04.2012 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 27.01.2013 geschrieben
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Meine Unterrichtsversuche mit dem iPad werden immer weniger. Das liegt letzten Endes an den Beschränktheiten des Gerätes. Es ist einfach ein großer Unterschied zwischen dem, was man anfangs für möglich hält und dem, was sich dann praktisch realisieren lässt. Der Reihe nach:

  1. Da wir kein WLAN in den Räumen haben, erledigt sich der Internet-Zugang und das Arbeiten damit von selbst: Das betrifft die möglichen Vernetzungen von Geräten ebenso wie den Einsatz von Web 2.0 Medien (Youtube, Google-Docs, Wikis oder ähnliches.) Hier macht sich der Mangel an Schnittstellen schmerzlich bemerkbar. Will ich Dokumente einsetzen, die ich zu Hause vorbereitet habe, so kann ich sie nicht im Klassenzimmer abrufen, sondern muss sie schon zu Hause auf das iPad laden.
  2. Dabei macht sich ein weiteres Problem bemerkbar: Der Datei-Transfer über iTunes und die iCloud ist umständlich, weil man letztlich das Betriebssystem wechselt (von MacOS zu iOS). Die Dokumentenstruktur der heimischen Festplatte wird auf dem iPad nicht gespiegelt. Hier fehlt mir so etwas Selbstverständliches wie eine USB-Schnittstelle.
  3. Aber es gibt ja für alles Adapter, könnte man meinen. Damit bin ich beim dritten Problem. Ich habe für nicht wenig Geld einen Adapter für den VGA-Anschluss (Beamer, Smartboard) erworben. Wenn ich damit das Smartboard anschließe, dann funktioniert die Synchronisation zwar prima, aber ich darf mich bzw. mein iPad nicht mehr bewegen, denn sonst springt der Adapter aus dem iPad, die Verbindung wird unterbrochen und ich synchronisiere von neuem. Der Stecker steckt einfach nicht fest genug im iPad, um ein bekanntlich sehr steifes und störrisches VGA-Kabel zu halten. Was nützt mir aber ein iPad, wenn ich es nicht bewegen darf?

Mein Fazit: Hin und wieder nehme ich mein iPad in den Unterricht mit, muss mir aber eingestehen, dass es für den alltäglichen Klassenzimmer-Einsatz nicht gebaut worden ist. Vermutlich hat Apple das auch gar nicht im Sinn, denn für diese Zwecke bräuchte man ein robusteres, preiswerteres und vor allem kompatibleres Gerät. Aber das könnte dann etwas weniger schick und schlank geraten. Schau'n wir mal, wie die Erfahrungen mit anderen Anbietern ausfallen.

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