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mundus vult decipi - die welt will getäuscht werden

KFFs Blog

mundus vult decipi - die welt will getäuscht werden

Mich würde schon interesieren, wie Lehrerinnen und Lehrer die Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg einordnen. Für mich ist die zutage tretende Einstellung weiter Kreise der Bevölkerung so nicht hinnehmbar. Hat hier nicht auch die Schule versagt, wenn Betrügen und das Erschleichen eines geldwerten Vorteils als Bagatelle und Kavaliersdelikt akzeptiert wird?

Kann so jemand Vorbild sein und vor allem - wollen wir einen Lügner und Betrüger als Verteidigungsminister? Oder ist Charakter teilbar?

 

Margit und ich regen uns auf:

mundus vult decipi - die Welt will getäuscht werden

Will sie das wirklich oder sind die Menschen nur so dumm?

KFF

KommentareKommentare

  • kdautel
    kdautel 23.02.2011 17:14

    Ja, wie stehen Lehrerinnen und Lehrer dazu? Bei uns in der Schule hängt schon seit einer Woche eine Synopse im Lehrerzimmer: Die ersten Zeilen von zu Guttenbergs Arbeit und daneben die Originalquelle. Der Fall ist klar und wurde in den letzten Tagen immer klarer, was gibt es da noch zu diskutieren? Interessanter sind schon die Fragen nach den Zusammenhängen zwischen der Universität B. und der CSU und wie das Summa Cum Laude zustande kam und zu welchem Zweck Guttenberg überhaupt noch einen Doktortitel benötigt hat? Ist es Teil eines systematisch geplanten Persönlichkeitsaufbaus für die politische Karriere? Das könnte vom Timing her ganz gut zusammenpassen: Die nicht mit hoffnungsvollem Nachwuchs gesegnete CSU erschafft sich - quasi aus dem Nichts - einen jungen Hoffnungsträger, nachdem die Altherren-Riege Beckstein-Huber-Stoiber-Dingsbums gescheitert war und die Frauen Haderthauer-Holhmeier auch nicht mehr gezogen hatten. Vielleicht ist zu Guttenberg eine Art strategischer Kunstzüchtung und eine gute dazu. Das würde diesen Verzögerungseffekt erklären, mit dem die öffentliche Meinung auf die Ereignisse reagiert. P.S.: Ich behandle im Ethik-Unterricht zufällig gerade das Thema "Verantwortung in der Wissenschaft", da passen diese Vorgänge haargenau dazu.

     
  • kff
    kff 23.02.2011 18:15

    Ohne den Beweis des Gegenteils sind die Universität Bayreuth und der Doktorvater zunächst einmal die Betrogenen, der Betrüger ist ihr Doktorand. Wenn man betrogen wird, bekleckert man sich nicht mit Ruhm und nicht nur die Universität Bayreuth ist deshalb gut beraten, sich zu überlegen, wie in Zukunft der Dr. copy & paste vermieden werden kann. In der Molekularbiologie gibt es Programme, die Sequenzhomologien von DNA oder Proteinen im gesamten Organismenreich innerhalb von Sekunden herausfinden können. Eine solcher von Google für Texte angebotener Algorithmus könnte jeden Text per Knopfdruck überprüfbar machen und damit das leisten, was jetzt die Leute von Guttenplag-Wiki innerhalb von Tagen in mühsamer Kleinarbeit geschafft haben. Eine solche Funktion dürfte die Plagiat-Plage auslöschen. http://community.seniorentreff.de/art1113,60627

     
  • alexandra.weber
    alexandra.weber 23.02.2011 20:31

    Die Opposition freut sich über die Schlammschlacht! Zumindest konnte ich die Diskussion heute Nachmittag zur aktuellen Stunde nur mit einem Schmunzeln beobachten... Bester Kommentar Guttenbergs: "Dann habe ich am Wochenende zum ersten Mal die Arbeit in die Hand genommen..." - Freudscher Versprecher - Nun, was steht im Vordergrund... Klar, die CDU/CSU will Guttenberg halten - schließlich ist er ihr Aushängeschild schlechthin. Dies rechtfertigt natürlich auch, dass man allgemein nur über eine infame Hetzkampagne der Opposition spricht und weniger über die Konsequenzen sprechen möchte, die zu ziehen sind: wie jeder Schüler, Student oder Doktorand muss sich auch Hr. Guttenberg seiner Verantwortung stellen! Da reicht auch keine bloße Entschuldigung und kein Zurückrudern, indem man den Doktortitel freiwillig wieder abgibt. (Schade um die nette Zierde!) Ich bin gespannt, wie lange die Diskussion noch anhält und in die Köpfe der Menschen sickert - denn nur mit Druck der Öffentlichkeit wird Guttenberg wohl drastischere Konsequenzen ziehen...

     
  • Fontane44
    Fontane44 24.02.2011 00:21

    Auf die Frage "Kann so jemand Vorbild sein?" kann ich als Erzieher nur antworten: Er ist Vorbild. - Wir können noch so viel Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein predigen. Am Ende wirkt nur unser Vorbild - jedenfalls wenn wir mit unserem Vorgehen Erfolg haben. So wie viele Italiener zu Berlusconi aufschauen und sich sagen: "Der weiß, wie man's machen muss", so werden viele Deutsch zu Guttenberg aufschauen und lernen: "So muss man's machen." Doch die traurige Geschichte hat auch ihre heitere Seite: Der CSU-Gerneralsekretär Dobrindt, befragt, ob er das Wort Καιρός (Kairos) kenne, meinte "Ja, ich bin Altlateiner". (http://fontyfan.blogspot.com/2011/02/ich-bin-altlateiner.html) Der hat schon von seinem Parteifreund gelernt: Blenden ist wichtiger als Wissen und wichtiger als Ehrlichkeit zumal. Wenn es rauskommt, kann man sich immer noch entschuldigen und die Kritiker als unfaire Neider beschimpfen.

     
  • kdautel
    kdautel 24.02.2011 09:27

    Noch einmal zur Universität Bayreuth und dem Zustandekommen der Note "summa cum laude": Es dürfte damals sehr schwer gewesen sein, nach bestem Wissen und Gewissen und völlig unabhängig im Geiste einer sauberen Wissenschaft zu entscheiden. Die Verlockungen und Vorteile durch die Aussicht auf einen prominenten Doktoranten können schon dazu führen, dass man im Einzelfall anders liest als sonst. Wie steht es denn mit dem Erkennen von stilistischen Brüchen in einer solchen zusammengeklaubten Arbeit, mit der Begutachtung von Zwischenergebnissen? Normalerweise wird der Entstehungsprozess einer Doktorarbeit begleitet, es finden Beratungen statt usw. - normalerweise. Ein Doktorvater bekommt doch nicht nach sieben Jahren erst ein fertiges Produkt auf den Tisch gelegt. Ich frage mich hier schon nach den Determinanten im Entstehungsprozess einer wissenschaftlichen Arbeit!

     
  • kff
    kff 24.02.2011 15:18

    Der Erstgutachter, Prof. Peter Häberle, war bei Abgabe der Arbeit 73 Jahre alt. In Focus-Online steht, er habe zahlreiche Beratungsgespräche geführt. Wahrscheinlich war er aber nicht sehr fit in Internetfragen. Der Zweitgutachter ist ein CSU-Politiker auf der kommunalen Ebene: Prof. Dr. Rudolf Streinz. Mehr dazu hier: http://kurzlink.seniorentreff.de/zweitgutachter

     
  • kff
    kff 24.02.2011 15:56

    Leider muss mein letzter Beitrag ergänzt werden. Es verdichten sich die Hinweise, dass Korruption im Spiel gewesen ist: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/doktortitel-fuer-den-uni-sponsor/3878432.html

     
  • kdautel
    kdautel 24.02.2011 17:13

    Vergessen wir doch einmal die Person K.T. zu Guttenberg und betrachten die Angelegenheit als Lehrstück über das Funktionieren von Netzwerken. Wenn wir nur auf die wissenschaftlichen und/oder moralischen Verfehlungen der Person K.T. fokussieren, gerät der wesentlich weitreichendere Aspekt des Wirkens von undurchsichtigen Beziehungsgeflechten aus den Augen.

     
  • Fontane44
    Fontane44 24.02.2011 23:44

    Solange die Qualität einer Universität wesentlich am Umfang der Drittmittel, die sie einwirbt, gemessen wird (vgl. z.B. das Beispiel Aachen: http://www.tu9.de/studium/2096.php) , wird es für eine Universität äußerst schwer sein, der doppelten Verlockung Finanzierung der Arbeit und Höherbeweertung der Qualität der Arbeit zu widerstehen, wenn sie einen finanziell potenten Kooperationspartner findet.

     
  • alexandra.weber
    alexandra.weber 25.02.2011 10:50

    Eine weitere Frage, die hier ins Spiel zu bringen ist: Wie steht es damit, dass das Rhön-Klinikum, an dem die Guttenberg-Familie Teilhaber ist/war, eine Spende an die Uni Bayreuth geleistet hat?

     
  • Tuennes
    Tuennes 04.03.2011 21:46

    Drehen wir die Sache doch mal rum: Mundus Non Vult Decipi. Mundus excludit omnino deceptiones. Die Welt wünscht nicht betrogen zu werden. Die Welt schließt Betrügereien absolut aus. Dann fragt sich doch, warum 73-jährige hochverdiente und vielbeschäftigte Emeriti noch Promotionsrecht haben und munter ausüben. Meiner Knntnis nach hat noch niemand gefordert, dass der illustre Herr Prof. Häberle das ronmotionsrecht, das ihn doch so offenbar überfordert, zurückgeben müsse. Gelesen habe ich von der Forderung, der Doktorgrad möge künftig nur noch an Personen verliehen werden, die auch im universitären Bereich zu arbeiten gedenken. Nun gut, teilen wir die Gesellschaft ein in möglichst undurchlässige Sektoren! Besser kann man ja nicht Sorge tragen für die Solidarität!

     
  • Tuennes
    Tuennes 04.03.2011 21:47

    Ach so, kff, das verlinkte Video ist ein Plagiat und aufgrund des Urheberrrechtsanspruchs der bayerischen Rundfunks nicht mehr verfügbar.

     

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Ich werde von Zeit zu Zeit Texte zu genetischen oder neurobiologischen Themen einstellen.

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