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Noch mehr Gedanken zum Stellenwert von OER - nicht nur für die ZUM

K. Dautels Weblog

Noch mehr Gedanken zum Stellenwert von OER - nicht nur für die ZUM

Die OER-Kampagne ist eine gute und wichtige Initiative. Sie kann viele Lehrerinnen und Lehrern dazu ermutigen, ihre Ideen und Materialien unter angemessenen Bedingungen anderen zur Verfügung zu stellen. Was angemessene Bedingungen sind, kann auf solchen verdienstvollen Veranstaltungen wie jetzt in Berlin oder demnächst in Köln diskutiert werden.
Für eine Initiative wie die ZUM, ebenso wie für andere LehrerInnen-Plattformen, die seit Jahren und ohne UNESCO-Manifeste zum freiwilligen Austausch von Materialien beitragen und hierfür ehrenamtliches Engagement und eine entwickelte Infrastruktur zur Verfügung stellen, ergeben sich Fragen von unterschiedlicher Relevanz:
  • Können Übungsideen, Arbeitsaufträge, Protokolle und Link-Vorschläge, wie sie z.B. in Wikis und Blogs zu finden sind, den Status OER für sich in Anspruch nehmen? Müsste in der Konsequenz ein ganz anderer Material-Typ gefordert bzw gefördert werden? Mehr Ready-made-Angebote für den direkt verwertbaren Unterrichtseinsatz, Texte mit dazugehörigen Aufgabenstellungen und Lösungserwartungen? Ist alles, was unter eine CC-Lizenz gestellt wird, zugleich OER? Welche CC-Variante ist angemessen?
  • Wie stehen wir zur Qualitätsfrage? Können wir Kontrolle und Einhaltung von Standards leisten, wollen wir das und ist das nicht ein Hindernis für potenzielle Autoren? Entstehen dann nicht auch Erwartungen an die unbestreitbare Richtigkeit und didaktisch-methodische Praktikabilität von Unterrichtsmaterial? Mit anderen Worten: Geraten wir eventuell in das Wikipedia-Dilemma, mit den großen kommerziellen Anbietern konkurrenz-fähige Angebote machen zu müssen und nicht mehr als offener Ideen-Lieferant verstanden  zu werden?
  • In dem deutschen UNESCO-Papier (August 2013) werden staatliche Bildungsorganisationen aufgefordert, Initiativen zu fördern, welche OER erstellen. Z.B. auch indem Schulbehörden die Arbeitszeit und Energie honorieren, die zur Erstellung von OER eingesetzt wird. Wie muss man sich das vorstellen? Darf die  ZUM (und viele andere ehrenamtliche Initiativen) staatliche Förderung erhoffen? Soll sie sich dafür stark machen, wenn ja, auf welchem Wege? Und welche Konsequenzen hätte dies bezüglich Aufsicht, Technik und Gestaltung (Landesbildungsserver!)
  • Die Unesco-Initiative zielte ursprünglich auf die Bildungsnotstände in Ländern ab, in denen keine oder kaum staatliche Bildungsstrukturen und Regularien vorhanden sind. Demgegenüber existieren bei uns sehr weitläufige Strukturen und tiefgreifende Regularien (Föderalismus, KMK, Genehmigungsverfahren, Prüfungs- und Ausbildungsordnungen...) - wollen wir (als ZUM) einen offiziellen Platz darin anstreben, wollen wir kultusbehördlich zertifiziert werden?
  • Wie steht es um die Autorenrechte? Wird OER ein "Repositorium", aus dem sich die Verlage kostenlos bedienen können - oder müssen Parallelstrukturen hinsichtlich Publikation und Präsentation entwickelt werden, auf die Lehrer und Lerner sicher zugreifen können? Wer kommt für die Infrastruktur auf, wie wird sie finanziert, wer sichert die Autoren im möglichen Rechtsstreit ab?
Perspektivwechsel: Aus der Sicht eines Lehrers oder einer Lehrerin, die bereit sind, Unterrichtsideen und Materialien öffentlich zu machen, stellen sich etwas andere Fragen, z.B.:
  1. Wird meine Idee positiv aufgenommen und als hilfreich empfunden oder muss ich mit Kritik und Missgunst oder gar rechtlichen Konsequenzen rechnen?
  2. Welche Darstellungsform wähle ich, so dass mein Angebot bei den Nutzern auch richtig ankommt?
  3. Auf welchem Wege publiziere ich am einfachsten, ohne Geld investieren und drei IT-Kurse (in html, css, ftp und php) besucht haben zu müssen?
  4. Habe ich selbst einen Gewinn und besteht Aussicht auf fachlich angemessenes Feedback?
Wenn es der ZUM - weiterhin -  gelingt, in diesen Fragen behilflich zu sein, dann erfüllt sie ihren Zweck und ihren Anspruch! Die OER-Debatte kann dabei zur Klärung beitragen, Kooperationen und Netzwerke schaffen, die Erfindung des Rades hat aber schon stattgefunden. Es muss nur noch besser laufen.

KommentareKommentare

  • Fontane44
    Fontane44 17.09.2013 15:34

    Verzeih, dass ich auf deine grundsätzlichen Überlegungen nicht eingegangen bin, sondern Karl Kirsts enger gestellte Fragen aufgegriffen habe. Die von dir behandelten Themen würde ich lieber in rascher Rede und Gegenrede bearbeiten, wo es leichter ist, missverständlich Formuliertes zu korrigieren und rasch aus Gegenargumenten zu lernen.

     

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