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E-Paper: Statt Durchblättern nun Durchklicken - ein Fortschritt?

K. Dautels Weblog

E-Paper: Statt Durchblättern nun Durchklicken - ein Fortschritt?

Die Fachzeitschrift deutsch.magazin, vom Oldenbourg-Verlag (jetzt Cornelsen) herausgegeben, ist seit diesem Jahr als E-Paper nur noch im Internet erhältlich. Vorübergehend - so ist zu vermuten - gibt es gleichzeitig noch eine verkleinerte Schnupperausgabe mit ,abstracts‘ der im Internet lagernden Materialien sowie einigen Beiträgen zu allgemeineren Bildungsthemen. Der Abonnent bezahlt für ein "Konto", auf dem die neuesten Artikel zum Download bereitgestellt werden („Bibliothek“ geheißen). 

Wie ist diese Entwicklung von der Zeitschrift zum Online-Magazin zu bewerten?

Die Abonnentenzahlen der Deutsch-Fachzeitschriften schrumpfen, so hört man, die Fachschaften und Bibliotheken in den Schulen überlegen sich zweimal, wofür sie ihre ebenfalls schrumpfenden Etats ausgeben. So mag die Digitalisierung aus Sicht der Herausgeber nur konsequent sein.

Zugleich wird das Abonnement etwas billiger, das ist auch kein Nachteil. Vermutlich ging bei Cornelsen damit auch eine Arbeitskräfte- bzw. Mitarbeiterreduzierung einher.

Des Weiteren hat sich die regelmäßige CD-Beilage auch überholt. Das war vor sechs oder sieben Jahren ein Superangebot, in der Zwischenzeit stapeln sich die CDs in der Kiste, manche habe ich gar nicht mehr aus dem Heft herausgenommen. Wohin damit?

Also, der Trend zum E-Magazin hat etwas Zwingendes.

Und dennoch: Durchblättern war (ist) auch schön. Schöner als Klicken und Scrollen. Ich vermisse diese Tätigkeit, die ich an vielerlei Orten und zu unterschiedlichsten Gelegenheiten durchführen kann.

Schwierigkeiten dürften auch Bibliotheken haben oder Fachschaften, die bisher ein Lese-Exemplar auslegen konnten.

Und schließlich: Wie soll ich einem Kollegen mal schnell einen interessanten Artikel zum Lesen geben. Muss ich ihm stattdessen die Datei rüberschieben? Darf ich das?

Ich bin gespannt, wann die nächste Zeitschrift online geht; aber auch wann die erste Online-Zeitung wieder zumacht. Ich bin ebenfalls gespannt, ob ich mich an die E-Paper gewöhnen werde. 

Ich kann nur hoffen, dass zumindest die Papier-Schnupperausgaben-Option (E-Paper plus Print) noch lange beibehalten wird, denn ganz ohne Papier (im Gegensatz zum Paper) will ich nicht lesen.

KommentareKommentare

  • Tuennes
    Tuennes 11.08.2011 18:46

    Die Alternative zum E-Paper ist ja auch nicht Lesen, sondern, wie Sie ganz richtig sagen "Durchblättern". Einen Gedankengang, den ich nachvollziehen will, muss ich studieren, vor und zurückblättern. Dazu würde ich mir auch eine Onlineveröffentlichung auf jeden Fall herunterladen und ausdrucken. Aber viele viele Informationen muss ich nicht im Detail kennen, sondern nur wissen, dass das Thema im Schwang ist, was dazu in etwa gedacht wird. Das geht am Bildschirm besser als in gedruckter Form: Mit Copy-Paste kann ich mir die mich interessierenden Stellen rausfiltern, und auch das exakte Verwalten der Belege wird durch den PC erleichtert.

     
  • TNolte
    TNolte 12.08.2011 14:01

    Zitat kdautel: "Durchblättern war (ist) auch schön. Schöner als Klicken und Scrollen. Ich vermisse diese Tätigkeit, die ich an vielerlei Orten und zu unterschiedlichsten Gelegenheiten durchführen kann." - Das ist der schmerzhafte Abschied vom haptisch vertrauten Papier im Zeitalter von Tablets und CloudComputing. Heute vor 30 Jahren stellte IBM seinen PersonalComputer vor (mit 5 1/4 Zoll Floppy-Diskette für's Betriebssystem; deshalb ja auch DOS = DiskOperatingSystem). Was hat sich in diesen drei Jahrzehnten alles in welchem Tempo verändert?! - Tuennes kann ich nur beipflichten. So arbeite ich auch. Sehr nützlich ist dabei das MS OneNote Programm, das ich anfangs als "unnütze" Beigabe zur Office-Suite sogar eher kritisch sah. Man kann damit seine Ressourcen und Ideen wunderbar sortieren und abfragen. - Und zum "an vielerlei Orten und zu unterschiedlichsten Gelegenheiten" (kdautel) ist zu sagen, dass man auf einem leichten Tablet PC, den man unterwegs auch für andere Zwecke einsetzen kann (elektonische Post; Lexikon; Tourismus-Infos; Bankgeschäfte; ...) nicht nur ein Heft, sondern ganze Bibliotheken an jedem Ort - zumindest 3-4 Stunden lang stromlos - benutzen kann. In Afrika benutzen Schüler bereits Geräte, die mit Solarzellen aufgeladen werden. Brennstoffzellen-Akkus scheinen bislang nicht mit ökonomisch vertretbarem Aufwand herstellbar zu sein. - Kurzum: Es wird in Zukunft immer stärker Universalgeräte wie Smartphones und Tablets geben, die für viele Zwecke nutzbar sind und unsere Tätigkeiten bzw. Arbeitsgewohnheiten bei sinkenden Mobilfunkkosten drastisch verändern werden.

     

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