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G8 oder G9 in NRW

TNoltes pädagogischer Irrgarten

G8 oder G9 in NRW

Die rot-grüne Minderheitsregierung in NRW will auf schleichenden Sohlen die Gemeinschaftsschule einführen, was auf dem Lande bei sinkenden Schülerzahlen sicherlich nicht verkehrt ist. So hat sich sogar die CDU-geführte Kommune Ascheberg im Münsterland als erste für eine Gemeinschaftsschule beworben. Das bedeutet kleinere Klassen und einen Experimentierzuschlag bei den Lehrerstellen.

Aber nun ist auch in den größeren Städten und Ballungsräumen die Frage aufgekommen, ob man am gerade eingeführten G8 festhalten oder die von der Landesregierung einmalige Option "zurück zu G9" nutzen soll. Leistungskräftige Gymnasien befürchten zum Teil, dass sie bei Wiedereinführung von G9 auf Dauer ungewollt zur Gemeinschaftschule mutieren. Besonders bürgerliche Familien, in denen die Mutter für die Betreuung der Kinder zu Hause bleibt, hadern angeblich (statistisches Material gibt es offenbar nicht) mit der Schulzeitverkürzung der Kinder, weil sie die Vielzahl von Unterrichtsstunden und die Menge an Hausaufgaben unmittelbarer erleben als zwei berufstätige Elternteile oder Alleinerziehende, die ihre Kinder am Nachmittag in der Schule betreuen lassen. Bürgerliche Familien befürchten auch, dass G8-Schülern zu wenig Zeit bleibt für außerschulische Aktivitäten (z.B. in Sport und Kirche).

Interessant ist auch, dass mindestens vierzügige Schulen auch beides (G9 parallel zu G8) einführen können, sogar mit Experimentierzuschlag bei den Lehrerstellen. Ein Schelm, der sich Böses dabei denkt ...

Ist es im europäischen Rahmen nicht kontraproduktiv, noch an G9 festhalten zu wollen?
Und wie mag es Eltern ergehen, die mit ihren Kindern innerhalb und außerhalb von NRW umziehen müssen?

Wie werden diese NRW-Experimente von anderen gesehen?

tagsStichwörter: NRW, G8, G9, Gemeinschaftsschule, Gymnasium

KommentareKommentare

  • Karl.Kirst
    Karl.Kirst 26.09.2010 16:51

    Ich selbst bin froh, dass wir an den Gesamtschulen in NRW keine Verkürzung der Sekundarstufe I wie an den Gymnasien (mit G8) haben, sondern fortlaufend mit der gleichen Zahl an Schuljahren unterrichten, weil ich das Gefühl nicht loswerden, dass zu viele bildungspolitische Entscheidungen in den letzten Jahren zu "unausgegoren" waren. - Dies Verharren bei der tradierten Zahl der Schuljahre hat uns zumindest die doch offensichtlich nicht unerhebliche Unruhe im Zusammenhang mit der Einführung von G8 erspart. - Damit beziehe ich hier keine Stellung für G8 oder G9 bzw. für oder gegen die Gemeinschaftsschule. Ich wünsche mir lediglich, dass Veränderungen stärker von nachvollziehbaren und längerfristig orientierten Kriterien ausgehend als von relativ kurzfristigen partei- und machtpoltischen Erwägungen abhängig getroffen werden.

     
  • kdautel
    kdautel 30.09.2010 14:56

    Ich erlebe jetzt schon zum zweiten Mal die Einführung von G8 mit, das eine Mal in meiner Auslandsschule, das andere Mal jetzt in Ba-Wü. In der Auslandsschule war es eine Anpassung an das Schulsystem des Landes (Finnland), jetzt ist es eine Art Anpassung an die europäischen Standards - und zugleich ein Sparmodell, das sich spätestens in drei Jahren auf die Berufschancen der jungen Lehrer auswirken könnte. In der unterrichtlichen Praxis aber bestehen - so wage ich zu behaupten - die geringsten Anpassungsprobleme, es wird lediglich ein schon seit Jahren vorhandener Trend zur Reduzierung von Inhalten und Leistungserwartungen fortgesetzt. Wer 15 oder 20 Jahre zurückblicken kann, der weiß, dass der Unterricht von vor 20 Jahren sowieso nicht mehr möglich - und auch sinnvoll - ist. Ich habe zur Zeit einen Kurs, der sich aus G8- und G9-Schülern zusammensetzt und schaue der Entwicklung mit Spannung entgegnen. Es könnte nämlich auch sein, dass es gut geht und man merkt nach wenigen Monaten gar keine Leistungsunterschiede mehr, wenn und weil man sich entgegenkommt.

     

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Irrungen (Dickicht) und Wirrungen (Gestrüpp) in der pädagogischen Alltagsarbeit. Impulsbruchstücke (Steine & Platten), Ideengeber (Wege), qualitatives Wachstum (Beete) und Grenzen pädagogischen Handelns (Zäune).

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