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Bloggen im Unterricht

Mandy Schütze

Bloggen im Unterricht

 

Vor einigen Wochen erhielt ich eine nette Mail von einer Studentin, die für eine Studienarbeit über Bloggen mit Schülern forschen. Kurze Zeit später erhielt ich dieselbe Mail nochmal. Anscheinend war ihnen nicht aufgefallen, dass beide Blogs von derselben Person betreut wurden / werden ;-) Ich habe ihren Fragebogen natürlich umgehend beantwortet und auch die Erlaubnis erhalten ihn komplett hier im Blog zu veröffentlichen. Was sie daraus an wissenschaftlichen Erkenntnissen gezogen haben, wurde mir leider nicht verraten.

 

Befragung zur Nutzung von Blogs im Unterricht

 1. Über welchen Zeitraum erstrecken sich Ihre Erfahrungen mit der Arbeit von Blogs im Unterricht? Werden Sie Blogs auch zukünftig in Ihren Unterricht mit einbeziehen?

 Ich setze Blogs seit 2008 im Unterricht ein und werde es auch weiterhin tun. 

2. Welche positiven Ergebnisse können Sie zur Arbeit mit Blogs anführen?

Die Schüler haben mehr Zeit, ihre Gedanken schriftlich zu formulieren, sie machen die Hausaufgaben nicht nur für einen (im Idealfall liest es der Lehrer, manchmal wird nur kurz verglichen) bzw. für den Papierkorb, ihr Horizont wird durch den Austausch mit anderen Mitschreibern (momentan habe ich zwei Blogs mit meinen Kursen und jeweils einem anderen Kurs einer anderen Schule, wir lernen uns schreibend kennen) bzw. Lesern, die kommentieren erweitert, sie üben schriftlich zu argumentieren und zu reflektieren. Ich war schon oft überrascht, wie gut meine Schüler schreiben, argumentieren können und wie verantwortungsvoll sie mit der Öffentlichkeit umgehen. Es ist eine Chance für die „Stillen“ bzw. für jene, die ihre Gedanken langsamer in Worte fassen – der Unterrichtsverlauf ist dann schon fortgeschritten und sie kommen nicht mehr zum Zug. Das ist schade, für alle Seiten. Das Weblog hat jederzeit "offen" und kann  solche Gedanken aufnehmen.

 Außerdem bietet das Weblog die Möglichkeit, Diskussionen aus dem Unterricht weiter zu führen oder gar andere Themen, für die keine Zeit ist, anzureißen.

 3. Welche negativen Ergebnisse können Sie zur Arbeit mit Blogs anführen?

Bisher keine.

Der erhöhte Arbeitsaufwand des fast täglichen Überfliegens wird dadurch kompensiert, dass ich keine Hausaufgaben aufgebe, die ich lesen und bewerten muss. 

4. Hat die anfängliche Motivation der SuS für die Arbeit mit Blogs mit fortschreitender Nutzung nachgelassen?

Die Motivation nicht nachgelassen. Manchmal sind andere Sachen wichtiger, Klausuren, etc. Aber jene Schüler, die von Anfang an gern geschrieben haben, schreiben nach zeitlichen Engpässen recht schnell weiter. Das Weblog ist kein cooles Gimick, es ist normaler Bestandteil meines Unterrichts.

5.  Ist/ War eine Leistungssteigerung bei den SchülerInnen erkennbar?

ja, allerdings kann ich sie nicht nachweisen, da ich es nicht wissenschaftlich genug dokumentiert habe. Meine Schüler schreiben über die gesamte Oberstufe hinweg ihre Weblogbeiträge. Ich persönlich habe das Gefühl, dass sie in der 12. Klasse sicherer im Umgang mit eigenen Texten werden, flüssiger und konsistenter.

Viele Schüler können urheberrechtliche Fallen umgehen (und wissen auch Alternativen).

6. Auf welche Art und Weise integrieren Sie Blogs in Ihren Unterricht?

Organisatorisch: die Weblognote (für ein Halbjahr jeweils) geht zu 20% in die Endnote für das Fach Ethik ein. Anforderungen dafür sind: 1 Zusammenfassung einer Unterrichtsstunde, 1 Beitrag zu einem beliebigen ethischen Thema ihrer Wahl, 5 Kommentare. Dazu habe ich eine Bewertungsmatrix, die ich am Anfang austeile und bespreche.

Inhaltlich: Diskussionen werden zur Weiterführung ins Weblog verlagert, inhaltliche Anregungen aus dem Weblog werden aufgegriffen. Im Unterricht werden teilweise Aufgaben im Weblog erarbeitet. Die Arbeitsergebnisse stehen immer allen im Weblog zur Verfügung. Dadurch wird weniger mitgeschrieben, mehr mitgedacht.

7. Ist eine motivierte und aktive Mitarbeit der SchülerInnen am Blog (z.B. durch Kommentare,  etc.) erkennbar?

Na ja, wie gesagt: es geht in die Note ein.  Trotz aller selbstorganisierten Arbeit steht auch ein gewisser Druck dahinter. Manche schreiben mehr als gefordert ist. Ein Schüler hat selbst zeiweise mit Bloggen angefangen.

8. Haben Sie weitere Anmerkungen zu der Arbeit mit Blogs im Unterricht?

außerdem:

  • Ethikunterricht im Web 2.0 - Wikis und Weblogs optimal eingesetzt, ZDPE 2/2008

  • Das Weblog: das Ende der Privatheit von Unterricht, Ethik und Unterricht 2/2011

(der Blogartikel ist auch in meinem Weblog erschienen)
tagsStichwörter: Fragebogen, Schule, Unterricht, Bloggen

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